Caritas-Vorhaben umstritten
01.02.2009 | 17:43 Uhr 2009-02-01T17:43:00+0100
Im Rahmen einer Gemeindeversammlung wurde am Sonntag die Zukunft der Kirche St. Michael diskutiert. Eine Brandschutzmauer in der Kirche erntete viel Kritik. Weitere Gespräche sollen folgen
Heftige Diskussionen entstanden am Sonntag bei der Gemeindeversammlung der katholischen Hasseler Gemeinde. Etwa neunzig Gemeindemitglieder stritten über die Zukunft der Kirche St. Michael.
Ein Konzept (von Caritas und Konzeptausschuss) sieht für einen Teil des Kirchenraums ein Sozialkaufhaus der Caritas vor. Ein Vorhaben, das heftig diskutiert wurde, zumal hierfür voraussichtlich eine Brandschutzmauer in der Kirche errichtet werden müsste. Die Ideen des Fördervereins St. Michael sehen die Nutzung bestehenden Räumlichkeiten im Ganzen vor.
St. Michael zu einer Sommerkirche zu machen, schlug Lutz Heidemann, Stadtplaner, vor. „Diese Kirche spielt eine wichtige Rolle im Stadtteil Hassel”, sagte er unter Applaus. „So eine Mauer halte ich für eine schwierige Sache. Die kostet Geld, mit dem man über ein Jahr eine Pfarrstelle betreiben könnte.”
Rolf Heinrich, Pfarrer der ev. Lukas-Gemeinde, erinnerte an die Kultur der Zusammenarbeit in Hassel, auf die man, allein was das Konzept der Caritas für St. Michael betrifft, nicht zurück blicken könne. Immerhin habe man ja gemeinsam das Stadtteilzentrum geplant. „Das darf nicht in Doppelung und schon gar nicht in Konkurrenz geraten.” Die Gefahr bestünde nicht, so Dieter Spannenkrebs von der Caritas. „Unser Konzept ist nicht geschlossen”, kündigte er Gesprächsbereitschaft an.
Auch viele Gemeindemitglieder fanden zu einem Votum. „Wir wünschen in dieser Kirche keine Mauern”, formulierte Hubert Rottmann unter Beifall. Propst Zimmermann erwidertedarauf , dass oft „die Mauern in unseren Köpfen sind”. Und eine nicht auszuschließende Perspektive für diese Kirche ein Bauzaun und der Verfall seien.
23:32
Die Kommentare zeigen deutlich, dass sich aus ihrer Sicht nichts verändern darf, aber es hat sich bereits etwas verändert! Die Kirche ist nicht mehr die Gemeindekirche sondern eine „weitere Kirche“. Diese können verkauft und an Investoren weiter gegeben, abgerissen oder umgenutzt werden. Außerdem gibt es schon einen schleichenden Verfall des Gebäudes und Vandalismus. Hallo, wann werden die Kritiker endlich wach? Wenn die Kirche in ihrer Substanz erheblich gefährdet ist? Schade, dass hier eine Chance zum Erhalt für diese schöne und prägende Kirche verspielt wird. Eine soziale und bezahlbare Nutzung der Kirche müsste doch Zuspruch finden, gerade auch bei denen, die am Erhalt der Kirche interessiert sind!
15:12
Ein Appell an alle Verantwortlichen, die seinerzeit die Fehlentscheidung der Außerdienststellung der Kirche St. Michael herbeigeführt oder mitgetragen haben: Fahren Sie jetzt die Karre durch eine Hals-über-Kopf-Aktion nicht noch tiefer in den Dreck, sondern bekennen Sie Farbe und machen Sie die Fehlentscheidung endlich wieder rückgängig, bevor es dafür endgültig zu spät ist! Unter städtebaulichen, künstlerischen, historischen und geographischen Gesichtspunkten sowie für die künftige Gemeindeentwicklung (Neubaugebiete!) ist St. Michael das mit Abstand wertvollste und erhaltungswürdigste Kirchengebäude in Hassel! Und unter Berücksichtigung genau dieser Gesichtspunkte wäre eine Umnutzung/Veräußerung der Kirche St. Pius statt St. Michael angeraten!
12:16
Übrigens, heute schon, in diesem Moment, sind Leute der Caritas mit dem Architekten in der Kirche! Entgegen allen Behauptungen des Probstes und der Car. wird heute wohl schon der Umbau geplant....! Ohne die Mitglieder des Fördervereins und des Projekt zeitZeichen!
11:17
Offener Brief an Propst Zimmermann (unter Beifall der Versammlung von einer Frau aus der Gemeinde vorgelesen):
Sehr geehrter Herr Propst Zimmermann,
wir haben gehört, das Sie bereits jemanden engagiert haben um einen Kostenvoranschlag zur Errichtung einer Brandschutzmauer in der Michaelskirche (in Rahmen des Konzepts der Caritas) zu ermitteln.
Deshalb möchten wir Ihnen noch einmal die diesbezüglichen Befürchtungen mitteilen, die wir mit vielen Gemeindemitgliedern teilen:
a) Wir glauben - nach wie vor - dass die Michaelskirche der richtige Standort als Gemeindekirche in Hassel ist. Die stark rückläufige Gottesdienstbesucherzahl in St.Pius spricht an dieser Stelle für sich. Die Zusammenführung der alten Gemeinden St. Theresia, St. Michael und St. Pius ist nicht erfolgt.
Die Bebauungspläne im Umfeld der Michaelskirche eröffnen Perspektiven für eine positivere Entwicklung der Gemeinde.
b) Mit der Errichtung einer Brandschutzmauer (die möglicherweise nicht oder nur unter großem finanziellen Aufwand rückbaufähig ist) wird der verbleibende liturgische Raum zu klein. Wir wünschen uns ein Konzept, in dem die Hauptnutzung des Kirchengebäudes der liturgischen Nutzung und der Begegnung vorbehalten bleibt. Dies sollte auch in der Innenraumgestaltung deutlich zum Ausdruck kommen. Eine viele Meter hoch errichtete Brandschutzmauer - die dreiviertel oder mehr des Kirchenraums abtrennt - lässt sich nicht mit einem solchen Konzept vereinbaren.
c) Wir haben den Eindruck, dass die vielfachen von den Gemeindemitgliedern geäußerten Wünsche und Meinungen nicht gehört werden (wollen) . Beispiel hierfür ist z.B. die Weigerung des Gemeinderates, sich mit diesem Thema weiter zu beschäftigen. Mittlerweile gibt es jedoch - wie Sie sicherlich wissen - einen Arbeitskreis aus dem Gemeinderat und dem Förderverein St.Michael und anderen Interessierten, der sich intensiv mit der Konzeptsuche beschäftigt. Wir befürchten eine vorschnelle Entscheidung zugunsten des vorgestellten Caritas-Konzepts inklusive der Errichtung einer Brandschutzmauer. Wir würden es begrüßen, wenn Sie in Ihren weiteren Vorgehen auch die konzeptionellen Vorschläge des Fördervereins St.Michael berücksichtigen.
Nun hoffen wir auf Sie persönlich, auf unseren Kirchenvorstand und auf die Verantwortlichen im Bistum Essen, dass eine für alle gemeinsam tragbare Lösung gefunden wird.
Mit freundlichem Gruß
10:07
Übrigens ist der Architekt, der beauftragt wurde, derselbe, der auch die Kirche in Bergmannglück abgerissen hat und mit dafür gesorgt hat, dass der Altar bei E-Bay versteigert wird!
Wollen wir solche Leute in unsere Kirche lassen?
Was denkt sich gerade die Caritas dabei, aus einer Kirche einen „Gebrauchtmöbelmarkt“ zu machen?
Sie sollte sich schämen!
09:21
Mich würde mal interessieren, was die beiden Hauptamtlichen der Gemeinde dazu sagen. Nicht ein Wort gestern! Selbst der evangelische Pfarrer hat ein deutliches Wort in der Diskussion zwischen Gemeinde, Propst und Caritas gesprochen und zum Miteinander aufgerufen. Wie kann es sein, dass die beiden zuständigen Seelsorger keinen Ton in der hitzigen Debatte von sich geben?
07:35
Ja, Propst Zimmermann hat es tatsächlich auf der Gemeindeversammlung gesagt (sinngemäß): Wenn Ihr die Michaelskirche als Gemeindekirche nutzen wollt, so ist das sicherlich möglich. Nur muss man dann überlegen, was man mit St. Pius machen soll. Also, ich wüsste da was Sinnvolles.... Herr Propst Zimmermann, Sie haben die absolute Stimmung pro St. Michael auf der Gemeindeversammlung mitbekommen! Zeigen Sie nun Rückgrat und machen Sie etwas aus den Worten, die Sie vor versammelter Mannschaft von sich gegeben haben!
07:27
Was soll der Unfug? Für ein Sozialkaufhaus eignet sich doch jedes andere Gebäude in Hassel (einschließlich der Kirche St. Pius!) viel, viel besser als ausgerechnet die Kirche St. Michael! Warum wollen die Verantwortlichen das nicht einsehen? Warum soll mit viel Geld eines der schönsten und wertvollsten Bauwerke, welches in Gelsenkirchen existiert, absichtlich kaputt gemacht werden? Nutzt doch eine Kirche, die wirklich noch wie Kirche aussieht und eine dementsprechende Wahrzeichenfunktion hat, bitte in einer vernünftigen, würdigen Weise!
07:22
Wenn die Kirche St. Michael für viel Geld erst einmal baulich verhunzt ist, dann wird sich an diesem Zustand nicht mehr so leicht was ändern lassen! Deswegen meine ich: Das Sozialkaufhaus ist keine Lösung für ein solch wertvolles Gebäude!
07:20
Wie soll das geplante Sozialkaufhaus in der Michaelskirche denn zum Kirchenerhalt beitragen? Schon die seit Jahren erzielten Einnahmen aus den am Kirchturm angebrachten Mobilfunkantennen, welche die laufenden Unterhaltskosten der Kirche durchaus decken würden, verschwinden im großen Urbanus-Pfarreitopf und werden nicht für die Michaelskirche verwendet! Wird das mit den Einnahmen aus dem geplanten Sozialkaufhaus anders sein???