Bunte Mode für Teddy & Co aus Gelsenkirchen-Erle

Kleine Models mit  Köpfen aus Plastik präsentieren die Mode von Helga Hohnen.
Kleine Models mit Köpfen aus Plastik präsentieren die Mode von Helga Hohnen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Helga Hohnens Ziel ist es, die besten Freunde der Kinder einzukleiden. Alle Teile entstehen in ihrem kleinen Atelier in Gelsenkirchen-Erle. Obwohl das Nähen von solch schicken Outfits für Helga Hohnen ausschließlich ein Hobby ist, ist sie doch Profi.

Unter dem Dach von Helga Hohnen in Erle geht es bunt zu. In den Regalen reihen sich Stoffballen aneinander, mal mit fröhlichen Mustern, mal uni aber farbenfroh. Es ist das Ausgangsmaterial für die vielen Kleidungsstücke, die sie hier näht. Ihre Mode kleidet die besten Freunde der Kinder ein, egal ob Puppe oder Teddybär.

Obwohl das Nähen von solch schicken Outfits für Helga Hohnen ausschließlich ein Hobby ist, ist sie doch Profi. Denn sie war auch beruflich tätig an der Nähmaschine. „An dieser Maschine habe ich früher gearbeitet“, zeigt sie auf die Industrienähmaschine auf der einen Seite des kleinen Ateliers. Als sie Mutter wurde und nicht mehr arbeitete, fehlte ihr die Betätigung. „Wenn man einmal an der Nähmaschine gesessen hat, kann man nicht mehr ohne.“

Mit elf Jahren lernte die Erlerin von der Großmutter das Nähen. „Angefangen habe ich mit Topflappen.“ Später nähte sie Kleidung für sich, dann für die Kinder. Irgendwann begann sie, auf Kunstmärkte zu gehen. Vor knapp zwanzig Jahren erstmals auch mit Puppenkleidung. „Ich hatte sofort alles verkauft. Da habe ich weiter gemacht.“

Sehr kritische Kunden

In Windeseile fliegt die Nadel über den Stoff. Der kleine Pullover nimmt schnell Gestalt an. Und es fällt auf, wie geschickt Helga Hohnen den Stoff verwertet. „Bei viel Verschnitt wird es zu teuer“, lacht sie. Akkurat arbeitet sie an dem kleinen Stück. „Es muss ja auch ordentlich sein. Ich habe sehr kritische Kunden. Die kontrollieren das auch. Denn die gekauften Sachen fallen oft sofort auseinander.“

Modischen Trends muss sich die Hobby-Schneiderin nicht unterwerfen. „Kapuzenpullis gehen immer. Kleider auch. Und wenn die Stücke zu verschnörkelt sind, werden sie zu teuer. Das kauft keiner mehr.“ Jahreszeiten, verrät Helga Hohnen, spielen in der Puppenmode aber eine große Rolle. „Im Sommer kauft keiner einen Fleecepullover.“ Und dann plaudert sie aus dem Nähkästchen. „Da erlebt man viel. Da sagt schon mal eine Mutter zur Tochter, nimm etwas Warmes. Es ist doch Winter.“

Puppen im Zeitalter der Computer

Tatsächlich sind es häufig die kleinen Puppenmütter, die den Dress der besten Freundin auswählen. „Und die schauen sich alles an, wie die Großen beim Shoppen im Geschäft.“ Dann überrascht Helga Hohnen, als sie über die Frage lacht, ob die Kinder im Zeitalter des Computers denn überhaupt noch mit Puppen und Teddys spielen. „Das meint man nur, dass sich da etwas geändert hätte.“

Auch die fleißige Handarbeiterin ist selbst Puppenmutter. Schließlich braucht sie Models für ihre Kollektion. „Es muss ja alles gut passen und leicht anzuziehen sein. Sonst kommen die Kinder nicht damit klar.“

Manchmal seien auch die Schnittmuster noch nicht optimal. Das zeige sich ebenso erst im Test mit dem Prototypen. Und so sind sie immer da, die kleinen Models mit den Köpfen aus Plastik. Vom Regal aus schauen sie zu, wie Helga Hohnen sie und ihresgleichen neu einkleidet.