Buersches Original wird heute 80
02.04.2009 | 18:06 Uhr 2009-04-02T18:06:00+0200Alfred – „Alfredo” – Konter stammt aus Schalke, geboren „neben Ernst Kuzorra sein Lokal”.
Seine Name ist und bleibt verbunden mit der Rettung des Bahnwärterhäuschens Horster Straße als Industriedenkmal: Alfred Konter. Am heutigen Freitag, 3. April, wird das buersche Original 80 Jahre alt.
Ursprünglich stammt „Alfredo”, wie ihn alle Welt nur ruft, aus Schalke, wo er am 3. April 1929 geboren wurde. „Neben Ernst Kuzorra sein Lokal”, berichet der rüstige Rentner stolz. Er kannte sie alle, die ruhmreichen Knappen von einst, „Kuzorra war mein Freund.” Kurz vor Kriegsende fing der 14-jährige Alfred, Kind aus Ostpreußen stammender Eltern, eine Lehre bei Grillo-Funke als Laborant an. Die Ausbildung endete im Bombenhagel und Kriegs-Zusammenbruch. Nach '45 schlug sich Konter „in verschiedenen Berufszweigen”, wie er es nennt, durch. Zuletzt wurde er Eisenbahner, „weil ich dafür geboren war”.
In den 60er Jahren wagte er der Arbeit wegen den Sprung über den Kanal, legte schließlich auf Hugo an. „Da hab' ich getigert bis zum geht nicht mehr”, erinnert sich der in Bergmannsglück heimisch gewordene Konter, der seit 1956 mit seiner Waltraud verheiratet, Vater von fünf Kindern und inzwischen Opa von 13 Enkeln ist. „Alfredo” arbeitete als Heizer, Rangierer, Fahrdienstleiter ... und als Bahnwärter. Zuletzt zehn Jahre lang in dem 1880 erbauten Bahnwärterhäuschen an der Horster Straße in Beckhausen – bis Septembert 1988, als er mit 59 frühzeitig in Rente ging.
Da war ihm das Häuschen schon längst ans Herz gewachsen und sowas wie sein zweites Zuhause geworden. Und es wurde so etwas wie sein Lebenswerk. „Das erste Mal, dass ich das Häuschen gerettet habe, war, als sie die Strecke elektrifizierten und die Schranken mit Kontakten ausstatten wollten.” Das durfte nicht sein! Alfredo machte auf der Zeche und bei der RAG solange Druck, bis sie klein bei gaben: Nicht nur das Häuschen blieb, auch die fünf Arbeitsplätze!
Als er in Rente ging, blieb Konter dem Hugo-Häuschen treu und entdeckte so richtig seine Kämpfernatur, als im April 2000 Hugo dicht gemacht wurde und sie dem Kleinod wieder an den Kragen wollten. Alfred Konter kämpfte wie ein Besessener, unermüdlich, gegen jeden Rat und manchmal gegen jede Vernunft, sprach überall vor und jeden an: Nur kein Abriss, das ist doch ein Stück Bergbau-, ein Stück Heimatgeschichte!
Am Ende zahlte sich all die Müh' aus, Alfredo hatte es im Alleingang geschafft und allen Widersachern gezeigt: Der Regionalverband Ruhrgebiet übernahm das Häuschen, hübschte es auf zum Industriedenkmal. Alfredos Traum ging in Erfüllung: „Sein” Bahnwärterhäuschen bleibt erhalten - „auf immer und ewig”.
Und Alfredo, der auch noch mit 80 alle paar Tage mit dem Rad anreist und nach dem Rechten schaut? „Ich werd' 104”, sagt er augenzwinkernd. Die Betonung liegt dabei auf 04.
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Ja mein Vater,der wirklich kämpfen kann herzlichen Glückwunsch Don Alfredo!