Bürgerengagement wertet die Innenstadt auf

„Bürger nehmen den Karstadt-Umbau selbst in die Hand“, beschrieb im vergangenen Jahr Siegbert Panteleit, Sprecher der „Buer Management GmbH“ (BMG), den Umbau der Karstadt-Immobilie. Das rege Geschäftsleben, das heute dort das Bild prägt, macht die faden Jahre des Leerstandes nahezu vergessen.

10 000 Quadratmeter Fläche

Nachdem auch „Hertie“ die Immobilie verlassen hatte, wurde sie sporadisch saisonal genutzt, mal für Möbelverkauf, mal für den Vertrieb von Weihnachtsdeko. Doch das alles konnte keine Lösung sein, war eine Gruppe von rund 30 privaten Immobilieneigentümern überzeugt. Sie suchten zunächst nach einem Investor. Doch der fand sich nicht. Zu klein ist das Haus mit seinen „nur“ 10 000 Quadratmetern. So wurde überlegt, ob sich der Umbau nicht selbst stemmen ließe. Das Problem: Das Haus gehörte zur Insolvenzmasse des gescheiterten britischen Finanzinvestors „Dawnay Day“, wo es heraus gelöst werden musste. Lange Verhandlungen und knapp zehn Millionen Euro waren nötig, doch das Vorhaben gelang.

Schnell war klar: Auch in diesem Fall konnte es nur die Mischung „machen“. Unten wurden Geschäfte angesiedelt, die erste und zweite Etage nutzen mittlerweile ein Fitnessstudio, die Stadtbibliothek, die VHS und die Erziehungsberatungsstelle. Weitere zwei Stockwerke sind für ein Seniorenwohn- und Pflegezentrum vorgesehen.

Win-Win-Situation für alle

Das Linden-Karree ist eine Win-Win-Situation für alle. Groß etwa waren Freude und Überraschung bei der Stadtbibliothek, die schon nach den ersten Wochen im Herzen von Buer über eine weitaus größere Nachfrage konstatieren konnte.

Auch die Geschäftsleute zeigen sich zufrieden. „Der neue Standort ist ganz hervorragend. Man ist nicht so weit unten in der Stadt, der Laden ist ansprechender - das erwarten die Kunden“, bekundete Günter Gunia von „Quernheim“, einem Fachgeschäft für Spielzeugartikel, das von der Domplatte ins Linden-Karree zog.

Jetzt sind die Bürger an der Reihe

Jetzt liegt es an den Bürgern, das Haus mit Leben zu füllen und so dauerhaft sein Fortbestehen in dieser Form zu sichern. Hans-Gerhard Schreiner, einer der Investoren, die das Projekt durch ihren Einsatz und ihr finanzielles Engagement möglich gemacht hatten, wandte sich bei der Eröffnung an die Menge der Besucher und verglich das neue Linden-Karree mit einem Motor, der Benzin brauche: „Und der Treibstoff“, sprach er in Richtung Zuschauer, „der steht hier links vor mir.“