Bürger können den Strukturwandel mitgestalten

Den 19. Dezember 2008 haben viele Menschen nicht vergessen: Unzählige standen vor den Toren und erlebten mit, wie zum letzten Mal Kumpel dort ausfuhren. Was blieb, war ein Gefühl der Leere – vorerst. Aktuell arbeiten die Städte Gelsenkirchen und Herten gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien unter dem Titel „Neue Zeche Westerholt“ an einem Konzept für die Zukunft der Zechenbrache.

Ein Motor für die Region

„Ziel ist es, den Zechenstandort als Motor für die Region vielfältig und multifunktional in den Bereichen Arbeit, Bildung, Energie und Wohnen zu qualifizieren“, erläutert es die Internetseite der gemeinsamen Initiative. Eine Machbarkeitsstudie soll nun Wege ausloten. Dabei sind auch die Ideen von Bürgern gefragt.

Viele Parteien knüpfen Wünsche an die Zukunft, hegen Hoffnungen. Viele Menschen hoffen, dass zahlreiche der historischen Bauten erhalten werden, brachten sich auch bereits mit Ideen zur Folgenutzung ein in den Prozess. Andere setzen auf wirtschaftliche Impulse. Besonders der Westerholter Einzelhandel hofft, durch eine Belebung der Bergbaufläche nachhaltig profitieren zu können. Denn die Situation für die Geschäftsleute an der Bahnhofstraße ist schwierig, bedürfte einer Belebung. Klar ist jedoch: Die „Neue Zeche Westerholt“ muss finanziell auf soliden Beinen stehen. Einzig die kulturelle Nutzung oder kostenlose Freizeitanlagen bieten dies nicht.

RAG sieht sich in der Verantwortung

Dass sich das Gelände entwickeln muss, steht außer Frage. „Wir haben eine Verantwortung, das Bergwerksgelände nach vorne zu bringen“, so Bernd Lohse, der Projektleiter für die Fläche seitens der RAG Montan Immobilien.

Mit dem Stadtteilbüro, direkt an der Egonstraße, ist bereits wieder Leben eingekehrt auf der Zeche. Es arbeitet unter dem Motto „Zwei Städte - ein Ziel“. Dass in einem Stadtteilbüro interkommunal gearbeitet wird, ist durchaus etwas Besonderes. Die gemeinsamen Themen lauten „Planen und Bauen“, „Lokale Ökonomie“ und „Bildung und Soziales“. Das Programm soll bis 2018 laufen.

Das Stadtteilbüro informiert auch über Themen, die Hauseigentümern im Stadtteil am Herzen liegen wie die energetische Sanierung. Denn die meisten Häuser sind im Zuge der montanindustriellen Expansion erbaut, also rund 100 Jahre alt, und bedürfen auch einer energetischen Sanierung. Das Stadtteilbüro informiert zudem über Fördermöglichkeiten.