Buer-Süd: Kaum Cahncen für besseres Bahnhofsumfeld

Der Bahnhof Buer-Süd an der Horster Straße in Gelsenkirchen am Samstag den 11. Januar 2014. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Der Bahnhof Buer-Süd an der Horster Straße in Gelsenkirchen am Samstag den 11. Januar 2014. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Am Bahnhof Buer-Süd bleibt es, wie es ist: ungeordnet, unattraktiv und ablegen. Öffentliche Förderung ist abhängig von den Fahrgastzahlen.

Gelsenkirchen-Buer.  . Das vernachlässigte Umfeld am Bahnhof Buer-Süd spielt in der nächsten Woche gleich zweimal eine Rolle in der politischen Diskusion. Das Thema, im März aktuell geworden durch die Stilllegung der maroden Treppenanlage im rückwärtigen Bereich des Bahnsteigs, steht auf der Tagesordnung sowohl des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses (29. April) als auch des Ausschusses für Verkehr, Bauen und Liegenschaften (30. April).

Der CDU-Stadtverordnete Guido Tann hatte sich in einer Anfrage nach der Grundstückssituation rund um den Bahnhof Buer-Süd erkundigt. Darüber hinaus wollte er wissen, was die Verwaltung zu tun gedenkt, „um zu einer Verbesserung der unbefriedigenden Situation zu kommen“. Die Antwort darauf lautet, auf den Punkt gebracht: nichts! Die Stadt verweist darauf, dass die Treppenanlage zwischen dem Bahnsteig und den Straßen Am Bahnhof Süd/Albert-Schweitzer-Straße auf einer Fläche liege, die dem Bundeseisenbahnvermögen gehöre: „Dadurch ist es für die Verwaltung nicht möglich, die Sperrung der Treppenanlage rückgängig zu machen, noch diese instand zu setzen.“

Stadt verweist auf den VRR

Grundsätzlich zuständig für den Schienenpersonennahverkehr und damit auch für den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige sei nicht die Kommune, sondern der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Der VRR sei in der Vergangenheit zu diesem Thema um eine Stellungnahme gebeten worden. Der Verbund verweist darauf, dass für Modernisierungsmaßnahmen nur relativ wenige finanzielle Mittrel zur Verfügung stünden. Dieses Geld werde nach festgelegten Kriterien ausgegeben.

Zu geringe Fahrgastzahlen

Ein wichtiges Bewertungsmerkmal sei die Zahl der Fahrgäste, die einen Bahnhaltepunkt zum Ein- und Aussteigen benutzen. Und in diesem Punkt schneidet Buer-Süd denkbar schlecht ab: Dort wurden im Schnitt je Werktag nur knapp 150 Fahrgäste gezählt. Aufgrund dieser geringen Nutzung komme Buer-Süd auch nicht für eine Regelegung der Bahn AG in Betracht. Das Verkehrsunternehmen sieht einen barrierefreien Ausbau nur dann als notwendig an, wenn dort mindestens 1000 Ein- und Aussteiger gezählt werden. Diese Bewertung gelte im übrigen auch für den Haltepunkt Zoo, wo die Zahl der Bahnnutzer ähnlich gering ist.

Das Fazit der Verwaltung macht wenig Hoffnung auf eine kurzfristige Lösung des Problems: „Weder vom VRR noch von der Verwaltung wird eine Möglichkeit gesehen, das unattraktive Umfeld und die für die Fahrgäste sehr unbefriedigende Situation am Haltepunkt Buer-Süd grundlegend zu verbessern.“