Breite Straße: Alte Linden müssen weichen

47 gesunde Linden machen aus der Breite Straße in Erle eine ansehnliche Allee. Die Stadt will die Straße sanieren und deshalb die Bäume fällen
47 gesunde Linden machen aus der Breite Straße in Erle eine ansehnliche Allee. Die Stadt will die Straße sanieren und deshalb die Bäume fällen
Foto: FUNKE FotoServices
Die Breite straße in Erle muss saniert werden. Aber müssen deshalb knapp 50 gesunde Linden gefällt werden? Darüber diskutierte die Bezirksvertretung Ost in ihrer jüngsten Sitzung.

Gelsenkirchen-Erle..  Nur 300 Meter lang, aber dennoch markant: Der Charakter der Breite Straße in Erle wird maßgeblich durch knapp 50 stattliche Linden bestimmt, die aus der innerstädtischen Haupterschließungsstraße eine ansehnliche Allee machen. Das Vorhaben der Stadt, die Straße zu sanieren und deshalb die beidseitige Baumreihe zu fällen, fand am Mittwochnachmittag in der Bezirksvertretung Ost trotz der Kritik der Grünen eine politische Mehrheit. Die Straße wird von Grund auf saniert, die alten Bäume werden gefällt und durch junge Bäume mit einem Stammdurchmesser von 20 bis 25 Zentimetern ersetzt.

Stark versiegelte Flächen

Bezirksverordneter Wolfgang Küppers hatte die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme in Zweifel gezogen und Stadtverordneter Dennis Melerski dafür plädiert, den Plan der Verwaltung noch einmal zu überarbeiten, gerade auch mit Blick auf die zahllosen Baumschäden, die der Pfingststurm Ela im vergangenen Jahr angerichtet hatte. Doch Jan Raatz vom Referat Verkehr machte deutlich, dass es zum Fällen und Neuanpflanzen keine Alternative gebe: „Die Flächen sind stark versiegelt, das Wurzelwerk hat sich stark mit dem Straßenbereich verbunden. Deshalb können wir nicht sicherstellen, dass die Bauarbeiten die Wurzeln nicht beschädigen werden.“ Schäden am Wurzelwerk würde auf Dauer aber die Standsicherheit der Bäume gefährden. Das sei keine Vermutung, so Raatz: „Wir gehen mit Sicherheit davon aus.“

Thorsten Dercar gestand ein, dass auch die CDU Bauchschmerzen gehabt habe. Nach einem Ortstermin seien die Christdemokraten aber davon überzeugt, dass jetzt für die Breite Straße eine „vernünftige Lösung“ gefunden worden sei. Und Werner Pidun (SPD) ergänzte: „Wir stehen seit dem Tunnelbau für die A 2 bei den Bürgern im Wort.“

Behindertengerechter Ausbau

Die Breite Straße, zwar als geschützte Allee eingestuft, inzwischen aber von den Auflagen des Bundesnaturschutzgesetzes befreit, wird eine neue, nur noch 5,50 Meter breite Fahrbahn, neue Pkw-Stellplätze und Baumscheiben sowie neue Gehwege erhalten. Mindestens 40 neue Ersatzbäume werden anschließend dort gepflanzt, für bis zu sieben Bäume müssen unter Umständen neue Standorte an einer anderen Straße gefunden werden. Der Verlauf der Straße wird zur Verkehrsberuhigung im Kreuzungsbereich mit der Kronprinzen-/Strumannstraße und erneut nach weiteren 100 Metern verschwenkt. Der Ausbau erfolgt behindertengerecht: Es werden Querungsstellen, unterschiedliche Bordsteinhöhen sowie Noppen- und Rippenplatten eingebaut.