BP stellt Anträge zur Fackel beim RP in Münster

Der schöne Schein trügt: Die Fackeltätigkeit bei BP beängstigt die Anwohner.
Der schöne Schein trügt: Die Fackeltätigkeit bei BP beängstigt die Anwohner.
Foto: Nils Aders/HG
Nach dem Zwischenfall Ende März möchte BP das „Fackelgasnetz West“ verändern. Was konkret beantragt wird, verrät aber niemand. „Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst“, sagt Ulla Lüttkehermölle, Sprecherin der Bezirksregierung in Münster

„Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst“, sagt Ulla Lüttkehermölle, Sprecherin der Bezirksregierung in Münster. Zahlreiche Anwohner der BP Raffinerie in Scholven waren in der Nacht zum vorletzten Freitag bekanntlich aus dem Schlaf geschreckt: wegen reger Fackeltätigkeiten, Krach und Geruchsbelästigungen.

Eine Woche nach dem Ereignis spricht Lütkehermölle von einem „unvorhergesehenen Vorfall“. Den Begriff „Störfall“ möchte sie nicht hören. Laut Aussage von BP waren nach einem Stromausfall im Eon-Kraftwerk Produktionsanlagen der Ruhr Oel GmbH ausgefallen (wir berichteten).

Keine Gefährdung der Bevölkerung

„Wir gehen davon aus, dass es keine Gefährdung der Bevölkerung gab“, sagt Lüttkehermölle. Und: „Die Profis bei BP arbeiten den Vorfall auf und unsere Experten prüfen“. Konkrete Aussagen sehen anders aus.

Inzwischen hat sich auch das Wählerbündnis „AUF“ zu Wort gemeldet und der Aufsichtsbehörde in Münster einige Fragen gestellt. „Wie kann es sein, dass bereits ein kurzzeitiger Ausfall eines Umspannwerkes einen derart gefährlichen Störfall in einer chemischen Großanlage auslösen kann“, fragen Monika Gärtner-Engel, Jan Specht und W. Mast im Namen von „AUF“. Zudem möchte das Trio wissen, welchen Anteil die BP-Abfackelungen an den gesamten Emissionen der Stadt haben. „AUF“ fordert eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung.

Keine Bürgerbeteiligung

Die Aufklärung der Bevölkerung verspricht die Bezirksregierung nicht ausdrücklich. Wohl aber Aufklärung des Zwischenfalls schon: „Wir sind in Diskussionen mit den Verantwortlichen der BP, müssen schauen, was dabei herauskommt. In einem zweiten Schritt werden wir die abgesprochenen Maßnahmen überwachen und schauen, dass sie umgesetzt werden“, so Lüttkehermölle.

Am 30. März, am Montag nach dem Zwischen-, Stör- oder Unglücksfall, hat BP einen Antrag auf „Änderung des Fackelgasnetzes West“ bei der Bezirksregierung gestellt. Was es inhaltlich damit auf sich hat, konnte gestern konkret niemand beantworten. „Es ist die erste Stufe aus der Forderung des Luftreinhalteplanes“, sagt Lüttkehermölle. „Technisch kann ich das nicht erklären“, so die Sprecherin. Die Mitarbeiterin, die die Details einordnen konnte, hatte keine Zeit. BP-Sprecher Peter Alexewicz fand gestern auch niemanden, der inhaltlich etwas zu diesem Antrag sagen konnte. Klar ist aber jetzt schon, dass die Entscheidung über das Vorhaben ohne Bürgerbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung getroffen wird.