Bistum macht kehrt
11.10.2011 | 19:06 Uhr 2011-10-11T19:06:00+0200
Hassel.Auch wenn das „Geschäft“ der Kirche die Ewigkeit ist - „unwiderruflich“ muss nicht für immer sein: Die Propstei-Pfarrei St. Urbanus Buer wird in den nächsten Tagen beim Bistum Essen beantragen, den Schwerpunkt der St.-Pius-Gemeinde Hassel von der St.-Pius-Kirche am Eppmannsweg zum 1 km entfernten St.-Michael-Gotteshaus an der Valentinstraße zu verlegen. Eben zu jener Kirche, die vor fünf Jahren bei der Umstrukturierung des Bistums aus finanziellen Gründen geschlossen wurde - „unwiderruflich“, wie es damals hieß.
Pastorale und ökonomische Gründe führen die Verantwortlichen der Pfarrei und der 4200-Seelen-Gemeinde St. Pius ins Feld: „Im Gemeinderat mussten wir 2010 feststellen, dass es in Hassel nach der Fusion mit St. Michael und St. Theresia nicht gelungen ist, das Gemeindeleben in St. Pius zusammenzuführen. So werden etwa die Gottesdienste am Eppmannsweg insgesamt nur zu einem Drittel von Gläubigen aus St. Theresia und St. Michael besucht“, berichtet Hermann Spickermann, Gemeindereferent mit Koordinierungsaufgaben in St. Pius.
St.-Urbanus-Pfarrgemeinderatsvorsitzender Reinhard Schaffrick findet deutlichere Worte: „Es hat sich herausgestellt, dass die Entscheidung für St. Pius falsch war. Die Pfarrgemeinderäte hatten sich damals für St. Michael ausgesprochen, waren aber von Dechant Bernhard Lücking und Pfarrer Norbert Büdding überstimmt worden. Denen hatte das Bistum dann zugestimmt.“
Also zurück in die Zukunft: Von der Verlagerung erhoffen sich die Verantwortlichen eine „neue Chance, einen Aufbruch“ hin zu mehr Gemeinsamkeit, so Spickermann.
Nicht unwesentlich zu dieser Entscheidung beigetragen hat der Umstand, dass die St.-Michael-Kirche laut einem Grundsatzbeschluss des Kirchenvorstands weiterhin er- (und unter-)halten werden solle, eine Nachnutzung wegen des sakralen Gebäude-Charakters jedoch schwierig sei, so Propst Wilhelm Zimmermann von St. Urbanus. „St. Pius lässt sich viel leichter einer anderen Verwendung zuführen.“
Deutliches Votum
„Leicht gemacht haben wir uns die Entscheidung nicht“, so Ferdinand Stock, Vorsitzender des Gemeinderats St. Pius, in dem auch Gläubige aus den (alten) Gemeinden St. Michael und St. Theresia vertreten sind. „Wir haben vier Sitzungen benötigt, um uns dazu durchzuringen; die Leute aus St. Pius würden schon lieber alles beim Alten lassen. Das Ergebnis war mit elf zu vier Stimmen aber doch deutlich.“
Nachdem Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat dem Anliegen (einstimmig) zugestimmt haben, muss nun noch das Bistum grünes Licht geben. „Der Bischof hat aber sein O.K. signalisiert“, so der Propst. Für die zeitlichen Planungen heißt das: Um Ostern oder Pfingsten herum könnte der Umzug nach St. Michael bewältigt sein, vielleicht sogar schon ein Teil der Umbauten: „Der Vorraum soll zum Begegnungsraum umgewandelt, die Kirche mit einem WC ausgestattet werden. Außerdem möchten wir, dass der Charakter als Sozialkirche mit Tafel-Ausgabestelle und Kleiderkammer - wenn auch anderer Stelle - erhalten bleibt“, so Spickermann.
Für die St.-Pius-Kirche deutet sich derweil eine Perspektive an: Der Caritasverband hat für das Grundstück Interesse bekundet, um dort Seniorenwohnungen zu errichten.
12:45
Das nenn ich doch mal eine Super Idee.Wäre vor 2 Jahren schon notwendig gewesen dieser Schritt....