Bergmannsglück ist Zentrum für Dienstleistungen

Die Zeche Bergmannsglück, die in fast vergessenen Zeiten zu den produktivsten des preußischen Reiches gehörte, ist heute ein Wirtschaftsstandort.

Die Gewerkschaft Bergmannsglück wurde 1880 gegründet. Ende des 19. Jahrhundert erwarb zunächst der Industrielle August Thyssen die Mehrheit der Anteile, 1902 kaufte der Preußische Staat das Bergwerk auf. Erst jetzt begannen die Abteufarbeiten am Schacht 1, die sich jedoch schwierig gestalteten. Daher konnte erst am 1. Mai 1905 die erste Kohle zu Tage gefördert werden. Da wurde bereits am zweiten Schacht gearbeitet. Die höchste Fördermenge konnte im Jahr 1912 verzeichnet werden: 5805 Beschäftigte förderten 1,42 Millionen Tonnen des schwarzen Goldes auf Bergmannsglück zu Tage.

1982 wurden die Schächte verfüllt

Im Zuge der ersten Kohlekrise wurde die Förderung in den 60er Jahren nach Westerholt verlagert. 1982 wurden die Bergmannsglücker Schächte verfüllt. Doch das Gelände wurde weiter montanindustriell genutzt: Hier waren unter anderem das Zentrallager und das zentrale Prüfwesen der Ruhrkohle untergebracht. Das bedeutet, hier wurde alles geprüft, was in die Grube ging, von Maschinenteilen bis hin zu Schuhen. Und was für gut befunden war, das lagerte auf der Zeche, bis es auf einem anderen Standort gebraucht wurde.

Erst 2007 endete die Nutzung des Geländes durch die Deutsche Steinkohle.

Erste Pläne kamen aus Bochum

Bereits einige Jahre zuvor hatte man sich erste Gedanken über die Folgenutzung gemacht. Pläne von Studenten der Ruhr-Universität, hier Raum für Kreativität und Wohnen zu schaffen, scheiterten an der Nähe zur benachbarten Raffinerie. Auch in der ersten Version des „Integrierten Interkommunalen Handlungskonzeptes“, einem Stadtteilerneuerungsprogramm, spielte das Gelände noch eine Rolle. Zur Realisierung der Pläne kam es jedoch aus Mangel an Fördermitteln nicht.

800 Menschen arbeiten hier

Hier ist mittlerweile die „Vivawest Dienstleistungen GmbH“ ansässig, die unter ihrem Dach die „HVG Grünflächenmanagement“, das „RHZ-Handwerkszentrum“, die „Marienfeld Multimedia“ und „Skibatron Mess- und Abrechnungssysteme“ vereint. Rund 800 Mitarbeiter sind hier tätig.

Erst im vergangenen Jahr wurden nahezu alle historischen Bauten abgerissen. Das ehemalige Fördermaschinenhaus steht unter Denkmalschutz und soll langfristig zeitweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Arbeiten an dem Gebäude dauern an. Im Gebäude befindet sich die alte, dampfbetriebene Fördermaschine der Zeche Bergmannsglück.

Das frühere Schalthaus, das einstige Gesundheitshaus und die Werksfürsorge befinden sich in privater Hand und werden kulturell genutzt.

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