Begegnungen auf Bergmannsglück

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Begegnungen: Dieses Leitmotiv, das sich die Kulturnacht auf Bergmannsglück gegeben hat, gilt auch für die fünfte Auflage des kleinen Freiluft-Festivals. Die Wundertüte aus Musik, Tanz, Gesang und Performance befüllen neben den bekannten Schalthaus-Akteuren auch ein Karnevalsverein und ein Spielmannszug.

Wer vergangene Kulturnächte noch in Erinnerung hat, der ahnt: tsching­de­ras­sa­bum wird nicht zu hören, Tanzmariechen werden nicht zu sehen sein. Für akustische Überraschungen sorgen ein Rorofon und ein Fassbass, Videointerviews begleiten optisch ein modernes Tanzstück. „Das Wagnis hat sich gelohnt“, blicken Monika und Kira Schmidt, die Schalthaus-Macherinnen, auf die Unwägsamkeiten der Programmgestaltung zurück.

Die fünf Tänzerinnen und der Tänzer der Showtanzgruppe des KC Astoria wollen den Beweis antreten, dass ihr Können auch außerhalb der Session gefragt ist: Als Flying Stars präsentieren sie zeitgenössischen Tanz, begleitet von den Sängern der Schalthaus-Band. Der Spielmannszug der Bülser Schützen kann auch Pop, lässt sich von den Sängern der Schalthaus-Band begleiten und wirkt an der Percussion-Sequenz mit, die Teil des selbst entwickelten Tanzstücks ist. „Dazu waren wir mit der Videokamera unterwegs und haben Menschen in Buer und Marl gefragt, was für sie wichtig im Leben ist, wofür sie kämpfen würden und was ihr größter Wunsch ist“, berichtet Monika Schmidt von den Vorbereitungen. Die Antworten, projiziert auf den weißen Bühnenhintergrund, geben der Choreographie von Danilo Cardoso in der tänzerischen Ausführung zusammen mit Tim Cekatka und Aaron Samuel Davis einen visuellen Rhythmus.

Töne aus dem Speiseimer

Auch für altgediente Schalthaus-Akteure ist die 5. Kulturnacht eine Premiere: Sängerin Johanna Radtke sorgt in eigener Begleitung für Rock- und Punk-Töne, Vater Roland zupft an der Wäscheleine, um dem Fassbass aus Speiseimer und Besenstiel Töne zu entlocken, Tim Cleve schlägt mit Pantoffelsohlen auf Abflussrohre, die – millimetergenau abgesägt und dadurch exakt gestimmt – das Rorofon bilden. Sänger Stephan Hartwig, bekannt aus dem einst in Erle ansässigen Musicalverein „Pro You“, ist die männliche Hälfte eines Duetts, das von einem Pas de deux der Flying Stars begleitet wird.

Besonders glamourös geht es zu, wenn Travestiekünstlerin Lady Tatti Stadionhymnen und Evergreens intoniert. Die dreidimensional wirkenden Bilder von Monika Schmidt sind in der Galerie und darüber hinaus bis Ende September auch im Foyer von Vivawest Dienstleistungen an der Bergmannsglückstraße 35 zu sehen.