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Nachgefragt mit Brigitte...

Beeindruckende Zahl

04.11.2008 | 16:40 Uhr

Vor wenigen Tagen weihte die Gesamtschule Buer-Mitte (GBM) ihr saniertes Oberstufengebäude am Rathausplatz ein (die WAZ berichtete). Mit 341 Schülerinnen und Schülern ist hier die größte Oberstufe in NRW zu Hause.

Mit Schulleiterin Brigitte Schulte sprach WAZ-Redakteur Georg Meinert über Vergangenheit, Gegenwart und Entwicklungsmöglichkeiten der Gesamtschul-Oberstufe.

Frau Schulte, wie alt ist die GBM-Oberstufe? Brigitte Schulte: Der Aufbau der gymnasialen Oberstufe begann mit dem Schuljahr 1994/95, als die ersten zwei Klassen in die Klasse 11 kamen. In den ersten drei Jahren teilten wir uns das Gebäude am Rathausplatz noch mit dem auslaufenden Aufbau-Gymnasium, das die damalige GBM-Leiterin Eva-Maria Sonntag mitleitete und abwickelte. Die ersten 40 GBM-Abiturienten gab es im Frühjahr 1997.

Kommen auch Schüler anderer Schulen an die GBM-Oberstufe? Schulte: Die Zahl der externen Schüler, die von Haupt- und Realschulen kommen, nahm seit den Aufbaujahren stets zu. Der Anteil beträgt im Schnitt 50 bis 65 % eines Jahrganges, was abhängig ist von der Qualifikation der Schüler unseres 10. Jahrgangs, die haben Vorrang. Zuletzt erlangten von den 171 Absolventen des 10. Jahrganges 85 die Qualifikation, von denen wechselten 67 in die Oberstufe. Nur 51 Externe kamen daher dazu.

Wieviele Schüler nehmen Sie denn pro Jahrgang auf? Schulte: In der Regel bis zu 120, weil wir fünf stabile Züge pro Jahrgang haben. Aktuell sind 118 Schüler im 11. Jahrgang, 115 im 12. und 108 bereiten sich im 13. aufs Abi vor.

Sie haben nun im sanierten Schulhaus modernste Lern- und Lehrbedingungen. Ist an eine Ausweitung der Oberstufe zu denken? Schulte: Nein. Wir haben die räumlichen Kapazitäten der Schule voll ausgeschöpft. Aber auch organisatorisch gibt es keine Spielräume mehr. Denn eine Ausweitung der Oberstufe hätte eine Umstrukturierung der Sekundarstufe I zur Folge, die nicht wünschenswert erscheint. Denn von den 100 Lehrern kommen derzeit rund 50 auch in Grund- und Leistungskursen der Oberstufe zum Einsatz. Etwa 80 Kollegiumsmitglieder sind gleichzeitig Klassenlehrer sowie Fachlehrer in der Sekundarstufe I. Und sowohl Teamlehrermodell als auch die doppelte Klassenführung wollen wir nicht aufgeben, sie erfreut sich hoher Wertschätzung.

Wie breit ist in der Oberstufe das Fächerspektrum angelegt? Schulte: Deutsch, Mathe und Englisch werden als Grund- und Leistungskurse bis zum Abi geführt. Latein wird bis zum Latinum unterrichtet. Großer Beliebtheit erfreut sich die neue Fremdsprache Spanisch, so sehr, dass wir zuletzt jeweils vier Parallelkurse im Jahrgang 11 einrichten mussten. Die Naturwissenschaften sind mit Biologie, Chemie und Physik ebenso breit angelegt. Biologie läuft regelmäßig als Leistungskurs. Auch in den Gesellschaftswissenschaften gibts regelmäßig Leistungskurse, ebenso im Kunstunterricht. Musik und Literatur laufen als Grundkurse.

Wieviele Abiturienten zählte die GBM bislang? Schulte: 720 seit unserem ersten Abijahrgang 1997. Eine beeindruckende Zahl, wie ich finde. Darüber hinaus haben in den letzten elf Jahren rund 150 Schülerinnen und Schüler, bis zu 20 % eines Jahrgangs, an unserer Schule die Fachhochschulreife erworben. Dies ist im Selbstverständnis der Gesamtschulen durchaus ein gewünschtes Leistungsergebnis. Die Studierfähigkeit ist nicht das ausschließliche Ziel der gymna-

sialen Gesamtschul-Oberstufe.

Georg Meinert

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