Beckhausen und Horst: Gemeinden auf Vereinigungskurs

Die Horster Gemeinde zählt 5000, die Beckhausener 5800 Gläubige.
Die Horster Gemeinde zählt 5000, die Beckhausener 5800 Gläubige.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Evangelischen Gemeinden Horst und Beckhausen haben beschlossen, sich in Richtung Vereinigung gemeinsam auf den Weg zu machen. Nun gilt es, die Kooperation weiter zu intensivieren – ohne die Ängste der Gläubigen außer Acht zu lassen.

Gelsenkirchen-Beckhausen/Horst..  Der neue Name ist noch völlig unklar, der Termin „bis 2020“ nur ganz vorsichtig anvisiert; aber der Wille, sich gemeinsam in Richtung Zusammenschluss auf den Weg zu machen, er wurde Ende 2015 per Presbyterien-Beschluss formuliert von den Evangelischen Gemeinden Buer-Beckhausen und Horst. Nun gilt es, die Kooperation weiter zu intensivieren – ohne die Ängste und Sorgen der Gläubigen aus dem Blick zu verlieren, wie der Horster Pfarrer Michael Grimm betont.

Schrumpfende Gemeindegliederzahlen, in der Folge sinkende Kirchensteuerzahlungen und ein Abbau an Pfarrerstellen: Diese finanziellen und personellen Realitäten sind es, die eine Fusion „wohl unumgänglich“ machten, so Pfarrer Grimm. Gleichwohl sorgten sich nicht wenige der 5800 Gläubigen in Beckhausen und 5000 Gemeindeglieder in Horst, „was sie dafür aufgeben müssen“. So ist es jetzt an den Pfarrern und Presbytern, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Nur gemeinsam erhalten wir so viele Angebote aufrecht. Eine Gemeinde allein wird nicht mehr alles an einem Standort abdecken können.“

„Geteilte“ Kantorin

Bestes Beispiel sei schon jetzt die Kirchenmusik: Kantorin Christina Wienroth ist in Beckhausen mit einer 75-Prozent-, in Horst mit einer 25-Prozent-Stelle tätig; die von ihr betreute Musikschule „Psallite Deo“ im Bodelschwingh-Haus richtet sich bereits an Grundschüler beider Gemeinden. Ähnlich wird der neue gemeinsame Mini-Konfirmanden-Unterricht für Drittklässler in Beckhausen angelegt – auch wenn es für einige Eltern durchaus nicht einfach sei, ihre Kinder in den anderen Stadtteil zu fahren. Der Familien-Gottesdienst findet derweil in Horst statt; er sei durch den Besuch von Beckhausener Kindern „viel lebendiger“ geworden, sieht Pfarrer Grimm eine ähnlich positive Entwicklung wie bei den gemeinsamen Gottesdiensten auf Hof Holz.

Im Zuge der Gemeindeberatung wurde ein gemeinsamer Gottesdienstplan konzipiert, der Vertretungen und einen Kanzeltausch der derzeit noch vier Pfarrer vorsieht: So können die Gläubigen in Beckhausen Pfarrer Grimm und die in Horst Pfarrerin Andrea Rylke-Voigt sowie die Pfarrer Bernd Naumann und Peter Fischer näher kennenlernen; letzterer geht allerdings in einem Jahr in den Ruhestand, so dass dann drei Pfarrer alle Gottesdienste schultern müssen.

Kirchen bleiben geöffnet

Dass die Beckhausener Christus-Kirche oder das Horster Paul-Gerhardt-Haus geschlossen werden könnte: Diese Gefahr bestehe nicht, so Pfarrerin Andrea Rylke-Voigt. „Beide Gemeinden haben ihre Hausaufgaben gemacht. In Sutum und Schaffrath wurden die Gemeindezentren, in Horst die Jakobuskirche aufgegeben.“