Bahnnutzer: Kinder spielen auf Gleisen im Berger Feld

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder (und Erwachsene) Gleisanlagen betreten. Nicht immer kann eine Straßenbahn noch rechtzeitig bremsen.
Immer wieder kommt es vor, dass Kinder (und Erwachsene) Gleisanlagen betreten. Nicht immer kann eine Straßenbahn noch rechtzeitig bremsen.
Foto: MÜLLER, Oliver
Was wir bereits wissen
Drangvolle Enge jeden Samstagvormittag, wenn der Flohmarkt an der Willy-Brandt-Allee öffnet: Daran ist Bahnnutzer Volker Schwarz gewöhnt. Entsetzt ist er jedoch darüber, dass immer wieder Kinder auf den Gleisen spielen, ohne dass Erwachsene eingreifen.

Gelsenkirchen-Berger Feld..  Drangvolle Enge in Bussen und Bahnen: Für Berufstägige, Pendler zumal, ist dies zu Stoßzeiten Alltag. Auch Volker Schwarz (51) steht oft mittendrin – allerdings zu einer eher ungewohnten Zeit: samstagsvormittags im Berger Feld. „Wenn am Wochenende der Flohmarkt an der Willy-Brand-Allee stattfindet, ist es in der 302 so voll, dass ich keinen Platz finde und draußen bleiben muss“, ärgert er sich. Was ihn aber dann entsetzt, sind spielende Kinder auf den Gleisen der Kurt-Schumacher-Straße – und Erwachsene, die sie nicht davon abhielten.

„Schon oft habe ich beobachtet, wie Mädchen und Jungen im Gleisbett spielen, während Erwachsene, die auf die Bahn warten, ihnen dabei zusehen. Keiner unternimmt etwas, und wenn meine Frau und ich auf die Gefahren hinweisen, reagieren sie nicht“, berichtet Schwarz.

Dass Menschen sich trotz aller Verbote im Gleisbereich bewegen, kommt laut Bogestra immer wieder vor. „Darauf weisen uns Kunden ab und zu hin. Von einem solch prekären Fall, dass Kinder dort spielen, haben wir aber noch nicht gehört“, erklärt auf WAZ-Anfrage Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann.

Thema für Ordnungspartnerschaft

Auch die Polizei hat in den vergangenen sechs Monate keine Kenntnis über einen entsprechenden Einsatz, „was nicht heißt, dass das nicht vorgekommen ist“, so Katrin Schute von der Polizei-Pressestelle. „Denn wenn Kollegen im Streifenwagen spielende Kinder auf den Gleisen sehen, sprechen sie sie sofort an. Nur wenn es kleinere Kinder und die Eltern nicht in der Nähe sind, fahren wir einen Einsatz.“

Kollmann warnt eindringlich davor, die Gleise zu betreten. „Wer seine Konzentration aufs Handy richtet, hört nicht, wie eine Straßenbahn heranrauscht. Nicht immer kann der Fahrer rechtzeitig bremsen.“ Erst vor drei Monaten ist es nachts auf der Kurt-Schumacher-Straße zum tödlichen Unfall gekommen.

„Verantwortlich fühlen“

„Erwachsene, die Kinder auf Gleisen beobachteten, sollten sich unbedingt verantwortlich fühlen, auf die Gefahr aufmerksam machen und drängen, den Bereich zu verlassen. Wir können ja nicht an jeder Haltestelle einen Kundenbetreuer abstellen, der die Gleise beobachtet“, betont Kollmann. Die Schilderungen von Schwarz sollen beim nächsten Treffen von Bogestra, Stadt, Polizei, Feuerwehr, Verkehrswacht und Vestische im Zuge der Ordnungspartnerschaft erörtert werden.

Was die drangvolle Enge am Samstagmorgen angeht, so bemühe sich die Bogestra grundsätzlich, zu Stoßzeiten zusätzliche Reservewagen einzusetzen – falls sie denn verfügbar seien. „Oft reicht es auch aus, wenn die Passagiere vom Türbereich in den Gang rücken. Dann können noch andere nachrücken.“