Aushängeschild in Sachen Kulturwandel

Er ist in Sachen Strukturwandel ein Aushängeschild für den Stadtnorden – mindestens. So gut funktioniert die Nachfolgenutzung nur an wenigen Orten im Revier. 1857 abgeteuft, war die Zeche einst die nördlichste im Revier und verdankt dieser Tatsache ihren Namen. 1993 wurde sie stillgelegt. Den Impuls für alles, was dann kam, lieferte 1997 die Bundesgartenschau auf dem Gelände.

Das erstrahlte auf einmal in neuem Licht, wurde eine Parklandschaft und entwickelte sich stets weiter. Ein Highlight ist die Bühne am Kanal, das Amphitheater, das rund 6100 Menschen Platz bietet und regelmäßig Austragungsstätte für Konzerte und Festivals ist, wie am zweiten Juniwochenende wieder für das „Blackfield Festival“.

Die Kunst hat ihren Platz

Die Kunst hat im Nordsternpark ihren festen Platz. Die „Hall Of Fame“ bietet jungen Graffiti-Sprayern eine legale Fläche für ihre Arbeiten. Das „blaue Pumpwerk“ wurde bereits zur BUGA von Jürgen Lit Fischer gestaltet und entfaltet vor allem in der Dunkelheit seinen Charme. Im Nordsternturm zeigt das Videokunstzentrum in Wechselausstellungen moderne Medienkunst, und obendrauf krönt der Herkules von Markus Lüppertz das Ganze.

An dem Kunst-Koloss scheiden sich zwar bis heute die Geister, eine Landmarke ist der Herkules dennoch. Seit 2010 hat die 23 Tonnen schwere Skulptur ihren Platz auf Nordstern. Ein Kran hatte damals die 18-Meter hohe Skulptur auf das Dach des Turmes heben müssen - unter den Augen vieler Schaulustiger und zahlreicher Medienvertreter. Denn Markus Lüppertz ist einer der bekanntesten und sicher auch einer der exzentrischsten Künstler Deutschlands.

Kletterwand und Eisenbahnen

Der Park bietet zudem viele Freizeit- und Erlebnisangebote. Vom Ankerpunkt Nordsternpark aus fahren Personenschiffe ab und laden ein, das Revier vom Wasser aus zu erkunden. An der Kletterwand kommen Freunde des Alpin-Sports auf ihre Kosten. Der Bergbaustollen erlaubt die Reise in die Vergangenheit der Zeche, versprüht das Flair vergangenen Zeiten. Und wer lieber in die Ferne, genauer zur Nordsee oder in die Alpen, reist, hat dazu im „Deutschlandexpress“ Gelegenheit – zumindest in der Vorstellung. Das macht die Märklin Modellbahnanlage möglich.

Gleich nebenan befindet sich das Hotel-Restaurant „Heiner’s“. Die Gastronomie hat seit der BUGA ihren Platz auf Nordstern. 2008 übernahm André Berger, der den Betrieb sukzessive ausbaute. Erst vor einigen Wochen konnte er stolz das neue Hotel eröffnen, das die vormals neun Zimmer erweitert auf heute 36.

Das frühere Zechengelände wartet auf mit blühenden Landschaften, dazu mit einem neuen Wohnstandort und einem Gewerbepark, an dem mehr als 1200 neue Arbeitsplätze entstanden – ein Strukturwandel wie aus dem Lehrbuch.

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