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Soziales

Ausgrenzung vermeiden – mit Trainingsschuhen

05.06.2012 | 18:09 Uhr
Ausgrenzung vermeiden – mit Trainingsschuhen
Sportförderung als konzertierte Aktion: Die Akteure von Westfalia 04 und SV Horst-Emscher 08 um Rotarierin Dr. Iris Siegmund (3.v.r.) freuten sich mit den Kindern. Foto: Peggy Mendel

Gelsenkirchen-Horst. Sich bewegen will jedes Kind, auch im Sportverein. Was aber, wenn das Hartz-IV-Budget der Eltern nichts hergibt für Schuhe oder Trainingsanzug? Dort setzt das Projekt „Sport für jedes Kind“ an, das der Rotary Club Gelsenkirchen-Schloß Horst in Zusammenarbeit mit Gelsensport initiiert hat, um 50 Jungen und Mädchen mit der nötigsten Sport-Bekleidung auszustatten. Gestern zogen die Verantwortlichen Bilanz.

Dass 38 Kinder für einen Durchschnittsbetrag von 120 Euro mit Trikots, Hosen, Schuhen oder Regenjacken eingedeckt wurden, ist ein Fall für die Statistik. Britt Spielhoff, Betreuerin der B2-Junioren beim SV Horst-Emscher, weiß, was hinter den nackten Zahlen steht: „Mit anderer Leute Geld einkaufen gehen zu können, war für die Kinder ein unbeschreibliches Erlebnis. Viele hatten Tränen in den Augen oder waren sprachlos, erstmals eigene, neue Trainingsschuhe tragen zu dürfen. Oft waren ihre Zehen schon blau, weil die Schuhe zu klein waren.“

Der SV Horst-Emscher zählt neben Westfalia 04 zu den zwei Vereinen, die sich für eine Umsetzung des Konzepts „Ausgrenzung vermeiden – Integration fördern – Prävention unterstützen“ gemeldet hatten. Deren Trainer waren es, die bedürftige Kinder und deren Eltern ansprachen, um Hartz-IV-Bescheinigungen baten und diese Gelsensport zur Prüfung vorlegten. „So wollten wir verhindern, dass Nichtberechtigte von der Förderung profitieren, die als Ergänzung zu den Leistungen für Bildung und Teilhabe gedacht ist“, so Dr. Iris Siegmund, in deren Amtszeit als Rotary-Präsidentin 2010/11 das Projekt ins Leben gerufen wurde.

Ihr Nachfolger Prof.-Dr.-Ing Bernard Schulze Wilbrenning ist indessen zuversichtlich, dass auch die restlichen 1100 der insgesamt 6000 Euro sinnvoll eingesetzt werden – und dass eine Forsetzung folgen könnte. Denn Kinder zum Glücklichmachen gibt es offenbar genug.

Christiane Rautenberg

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Kommentare
07.06.2012
09:49
38 bis 50 Kinder
von somjotien | #1

Die Bilanz hat, wie auch eine Medaille, eine zweite Seite. Darauf steht, dass einige wenige etwas bekommen haben. Brauchen tun es aber mehr. In GE sind 11.778 Kinder unter 15 Jahren in Hartz IV. (Zahlen: IAG, Stand März 2012)

Damit dürfte klar sein, dass es eine ausreichende staatliche Daseinsvorsorge braucht. Diese wird am 20.06.2012 vom Bundesverfassungsgericht in mehreren Stufen verhandelt:
1. Wie hoch ist der Bedarf
2. Was zahlt der Staat nicht
3. Was zahlt er den Kindern nicht

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