Aus St. Pius wird ein Pflegeheim

So soll das Pflegezentrum aussehen, das am Eppmannsweg in Hassel entstehen wird.
So soll das Pflegezentrum aussehen, das am Eppmannsweg in Hassel entstehen wird.
Foto: Th. Bub Architekten
Was wir bereits wissen
Nach dem Abriss der katholischen Pius-Kirche in Hassel war lange Zeit unklar, was mit dem Gelände am Eppmannsweg passieren wird. Jetzt steht fest: Dort soll ein Pflegeheim für die vollstationäre Versorgung von 80 Senioren entstehen.

Gelsenkirchen-Hassel..  Eine Drogerie, ein Supermarkt oder vielleicht doch eine soziale Einrichtung? Das Geheimnis um die Folgenutzung des Geländes, auf dem bis vor kurzem noch die St. Pius-Kirche am Eppmannsweg stand, ist seit Donnerstagnachmittag gelüftet.

Dort wird voraussichtlich ab Frühsommer ein Seniorenpflegeheim mit 80 Einzelzimmern entstehen, das nach zwölfmonatiger Bauzeit ab etwa Mitte 2016 seinen Betrieb aufnehmen kann. Einzelheiten der Planung stellte die Unternehmensgruppe Stella Vitalis nebenan in der Lukaskirche den interessierten Zuhörern aus Hassel vor. Auch wenn in den vorgestellten Plänen oft von einem „Seniorenzentrum“ die Rede war, so mussten Stella Vitalis-Geschäftsführer Peter Hemmerling und der Frankfurter Architekt Thomas Bub gleich zu Beginn klarstellen: Das Haus mit seinen beiden drei- und viergeschossigen Baukörpern ist ausschließlich für pflegebedürftige Senioren bestimmt, deren ambulante Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist.

Einzelzimmer und Wohngruppen

Seit eineinhalb Jahren befasst sich die katholische Gemeinde, deren Gottesdienste seit Mitte 2014 in St. Michael gefeiert werden, mit Ideen für eine alternative Nutzung des Kirchengeländes. Thomas Bub: „Der Baukörper lehnt sich an die Höhe der Pius-Kirche an, der Baumbestand bleibt weitestgehend erhalten.“

In jeder Etage entstehen mehrere Wohneinheiten, deren etwa 22 Quadratmeter großen Einzelzimmer um einen gemeinschaftlich zu nutzenden Wohnbereich gruppiert sind. Peter Hemmerling: „Uns ist es ganz wichtig, dass unsere Einrichtungen über eine eigene Küche verfügen. Die Mahlzeiten werden vor Ort zubereitet, der Koch kann so schnell auf die Wünsche der Bewohner reagieren.“ Auch die Bewohnerwäsche wird in der Einrichtung gewaschen, um Wartezeiten möglichst kurz zu halten.

Mit Cafeteria und Friseursalon

Teile der Einrichtung stehen ganz bewusst auch der Öffentlichkeit zur Verfügung: die Terrasse, die Cafeteria, der Friseursalon, die Außenanlagen. „Wir feiern gerne und oft“, versprach die gebürtige Horsterin Sonja Hübner, die eine Stella Vitalis-Einrichtung in Bottrop leitet und in dieser Funktion dann das Haus in Hassel übernehmen wird. Und ein Teil dieser Feste wird auch zusammen mit der Nachbarschaft ausgerichtet. Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärte sie, dass die Hälfte des Personals aus Fachkräften wie Krankenschwestern und -pflegern bestehen wird. Und Peter Hemmerling verwies auf den Arbeitsmarkteffekt: „In Hassel werden rund 80 Mitarbeiter beschäftigt sein.“