Aus Liebe zum Stadtteil Horst

„Wir kümmern uns nicht nur um die Essener Straße, uns liegt der ganze Stadtteil am Herzen. Wenn es dem Stadtteil gut geht, geht es auch den Geschäften gut.“ So einfach bringt Bernd Strickling, der 1. Vorsitzende der Horster Werbegemeinschaft und Geschäftsführer des gleichnamigen Textilwaren-Geschäftes an der Essener Straße, das Konzept auf den Punkt.

Um Horst positiv zu verändern hat die Werbegemeinschaft Netzwerke gegründet, ist im Gespräch mit Akteuren aus dem Stadtteil, mit Immobilienbesitzern. Zum Beispiel im noch fußläufigen Teil der Essener Straße, einem der Orte, an denen die Probleme im Stadtwesten deutlich sichtbar sind. „Die Leerstände hier sind ein großes Problem“, weiß Strickling, der daher die Interessengemeinschaft Essener Straße anstieß.

Läden zentral vermieten

„Wir haben gesagt, wir wollen die Läden zentral vermieten. Leider machen nicht alle Immobilienbesitzer mit.“ Jetzt setzt man seitens der Werbegemeinschaft auf die Öffnung der Straße, die ab dem Sommer als Einbahnstraße befahrbar ist. Dann will man die Vermietung noch einmal angehen. Von der Hoffnung, hier florierenden Einzelhandel anzusiedeln, hat man sich bereits verabschiedet. „Wir würden ganz gern an dieser Stelle Dienstleister sehen“, so Strickling. Ender Ulupinar, der 2. Vorsitzende, ergänzt: „Wir wollen keine Teestuben mehr haben mit dunklen Fenstern.“

So schwierig einige Situationen sind, es gibt auch gute Nachrichten für den Stadtteil. So ist es Ender Ulupinar, selbst Aufsichtsratsvorsitzender im Schalker Fanclub Verband, und seinem Engagement zu verdanken, dass in diesem Jahr der Weihnachtsmarkt des Fanclub-Verbandes in Horst stattfindet, zu dem immerhin stets rund 6000 Menschen kommen. Gemeinsam mit Bernd Strickling schaffte er es, die Verantwortlichen bei einem Ortstermin zu überzeugen. Im vergangenen Jahr hatte der Markt, nachdem er fortging aus dem Berger Feld, in Gladbeck erstmals stattgefunden. Nun kehrt er nach Gelsenkirchen zurück: Am 2. Adventwochenende werden hier 40 weihnachtliche Buden auf die Besucher warten, dazu gibt es ein Bühnenprogramm und sicher wird auch der eine oder andere Schalke-Spieler mal vorbeischauen. Zumal der Weihnachtsmarkt dem guten Zweck gewidmet ist. Der Erlös kommt karitativen Organisationen und Einrichtungen zugute, ausgewählt vom Fanclubverband und „Schalke hilft“.

Mit den vier verkaufsoffenen Sonntagen will man ebenfalls regelmäßig Aufmerksamkeit erregen. Sie sind für viele Menschen aus den umliegenden Städten ein Grund, einmal nach Horst zu fahren. „Und so arbeiten wir uns von verkaufsoffenem Sonntag zu verkaufsoffenem Sonntag.“

Ein Horster aus Tradition

Beide Männer sehen Potenzial in ihrem Stadtteil, fühlen sich ihm verbunden. Bei Bernd Strickling ist das sogar Familientradition. Sein Großvater gründete einst als Horster Geschäftsmann die Werbegemeinschaft, sein Vater führte sie weiter. „Als kleiner Junge habe ich schon Fähnchen aufgehängt und Handzettel verteilt“, erinnert sich Bernd Strickling, dass er eigentlich schon immer so intensiv am Leben im Stadtteil teilnahm. Nur müsse man den eben noch besser vermarkten, ist Ulupinar überzeugt. Er ist ein Macher, führt gleich mehrere Unternehmen, darunter das „Schalker Feld“, einen Friedhof für die Anhänger der Königsblauen.

Der Geschäftsmann weiß, worauf es ankommt. „Alle kommen doch mittlerweile zum Heiraten her“, spielt er auf die Entwicklung des Standesamtes im Schloß Horst an, in dem sich viele der schönen Kulisse wegen gleich doppelt so gern ewige Treue versprechen. „Es wäre einfach schön, diese Menschen für uns gewinnen zu können. Hier gibt es doch viele Möglichkeiten“, meint Ulupinar, wer hier heirate, der könne doch auch hier den Brautstrauß kaufen, die Hochzeitstorte anfertigen lassen oder gar in der örtlichen Gastronomie feiern. Schließlich biete Horst das alles.

In allen Bereichen Präsenz zeigen

„Wenn wir aber nicht Präsenz zeigen, fahren die nach Buer.“ So sieht es auch Bernd Strickling: „Die Kernaufgabe der Werbegemeinschaft ist es, auf uns aufmerksam zu machen in allen Bereichen.“ Dann meldet sich sein Stellvertreter noch einmal zu Wort: „Wichtig ist, dass man das alles macht, sich so engagiert, weil man Horst liebt.“