Aus dem Fenster heraus
05.01.2010 | 09:01 Uhr 2010-01-05T09:01:00+0100
Nach der Schule wollte Henry Meyer beim Steinmetz in die Lehre gehen. Ein kreativer Beruf, der hatte es ihm angetan. Doch die Ausbildung war nicht das, was sich der junge Mann vorgestellt hatte. Henry Meyer ging in die Maurerlehre. Und die Malerei blieb auf ewig sein kreatives Hobby.
Das heimische Wohnzimmer des 79-jährigen ist seine Ausstellungsfläche. Ein Bild hängt neben dem nächsten. Hier zeigt eines eine Stadtansicht in Aquarell, dort sind Blumen zu sehen. „An Bildern mangelt es mir nicht”, lacht Meyer, der seit seinem Ruhestand im Jahr 1995 sehr produktiv ist.
Die ganz frühen Bilder, allesamt Landschaftsimpressionen auf Papier, malte der Gelsenkirchener in der Zeit der Kinderlandverschickung. „Ein paar davon habe ich bis heute.” So wie die allererste Arbeit von 1947. Der junge Henry malte da aus dem Fenster seines Zimmers heraus die Zeche Hugo. Ein Motiv, das sein Leben prägte. Denn immer wieder widmete sich der Hobby-Maler der Darstellung alter Zechen und ihrer Geschichte. „Ich bin eben im Schatten des Förderturms aufgewachsen.”
Ein paar Ausstellungen hat Henry Meyer schon bestückt. „Eine war zum Beispiel im Hotel Monopol.” Im Moment hängen noch bis Ende Januar 40 Aquarelle von ihm in der Maschinenhalle der Zeche Hugo, einen Steinwurf nur entfernt von dort, wo das Hobby des rüstigen Rentners seinen Ursprung nahm.
Regelmäßig gestaltet Henry Meyer auch einen Jahreskalender. Und der erfreut sich so großer Beliebtheit, dass er immer alsbald vergriffen ist. Seine Stadtansichten in Aquarell stehen hier in diesem Jahr im Mittelpunkt. Der 79-Jährige spiegelt hier das Gesicht seiner Stadt, das er einst mit prägte. Denn als Meyer noch als Maurermeister im eigenen Betrieb tätig war, gestaltete er Mosaike für Fassaden. Für die Hippolytus-Kirche in Horst erarbeitete er Josef, den Zimmermannn, für ein Haus an der De-la-Chevallerie-Straße gegenüber vom Marktplatz in Buer entwarf er eine Fassade. Denn auch wenn Henry Meyer sein kreatives Hobby nie zum Beruf machen konnte, gestalterisch tätig war der Bueraner Zeit seines Lebens.
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