Augenzwinkernde Kritik
08.02.2012 | 17:35 Uhr 2012-02-08T17:35:00+0100
Gelsenkirchen-Erle.Es ist geschafft. Monatelang arbeiteten die 19 Wagenbauer der Erler Funken am diesjährigen Rosenmontagswagen. Seit kurzem ist er fertig. Jetzt wurde das Gefährt präsentiert. Und der Festwagen knüpft an die Tradition der Erler an, sich gesellschaftlichen und politischen Themen zu widmen.
Für den Wagen wandelten die Erler Wagenbauer das Motto der diesjährigen Session etwas ab. „Mit Lachen und mit Heiterkeit, durch die nächste Pleitezeit“, ist auf einem großen Schild zu lesen. Am ganzen Wagen kleben Euro-Scheine mit Brandmahlen. Und oben auf dem Wagen kippt eine gut gelaunte Schaufensterpuppe tonnenweise Geldnoten in ein loderndes Feuer. Auf dem Feuertrog ist zudem „Euro-Ofen“ zu lesen. Und auf solch kritischen Denkanstoß am Rosenmontag ist man zu Recht stolz.
„Die Erler Funken haben auch in früheren Zeiten mit ihrem Wagen Kritik geübt. In den letzten Jahren war das wegen der Rahmenbedingungen nicht immer möglich“, weiß Beate Lehmkuhl, die Pressewartin der Erler Funken, „jetzt, in der neuen Halle, haben die Wagenbauer viel mehr Möglichkeiten.“
Die wurden angeführt von Franco Laubis. Unter seiner Leitung entstand das humorvolle Gefährt. „Wir sind sehr zufrieden. Der Wagen ist schön bunt geworden und behandelt ein aktuelles Thema. Da kann sich jeder mit identifizieren.“ Auch die Probleme der letzten Wochen, als die Farbe wegen der Kälte nicht trocknen wollte, sind nun vergessen. „Wir sind einfach froh, dass alles geklappt hat und dass wir soviel Geld drucken konnten“, schmunzelt der Wagenbaumeister doppeldeutig und zeigt auf die Euronoten am Wagen.
0mitdiskutieren