Aschermittwoch wird zur Tafel gebeten
15.02.2009 | 14:52 Uhr 2009-02-15T14:52:00+0100Gelsenkirchener Tafel eröffnet am 25. Februar ihre Ausgabestelle in der Kirche St. Michael in Hassel. Erster Schritt zur Sozialkirche wird damit realisiert
Am Aschermittwoch wird in Hassel zur Tafel gebeten, denn dann wird die neue Ausgabestelle der Gelsenkirchener Tafel in der Kirche St. Michael feierlich eröffnet. Eingeladen sind alle Interessierten, die sich auch über die geplanten Folgenutzungen der Kirche informieren und an diesem Ereignis teilhaben wollen.
Über Ausgabestellen in den einzelnen Stadtteilen will die Tafel Bedürftigen die Fahrtkosten ersparen, die sie sonst in einen Einkauf bei der Tafel investieren müssten. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Einkauf, denn die Kunden bezahlen die erhaltenen Waren mit zwei Euro pro Ausgabe. „Am Aschermittwoch geht es aber erst einmal um die Anmeldung”, so Arnold Imort, da noch Vorsitzender der Gelsenkirchener Tafel. „Eventuelle Kunden sollten ihren Personalausweis und einen Einkommensnachweis mitbringen.” Das kann etwa der Hartz IV-Bescheid sein, aber auch ein Nachweis über Gehalt und Schulden, denn mittlerweile kommen immer mehr Menschen zur Tafel, deren Schulden den Etat für den wöchentlichen Einkauf auffressen.
Insgesamt können von dieser Ausgabestelle aus vierzig Familien versorgt werden. Zwanzig, so plant man, können neu aufgenommen werden, weitere zwanzig sind Kunden aus Buer, die in Hassel wohnen und so lange Wege sparen können. Vierzehn ehrenamtliche Helfer meldeten sich bereits, um die Tafel in Hassel zu unterstützen.
Die Idee, diesen ersten Tag der Tafel im Stadtteil zu feiern, entstand während gemeinsamer Gespräche von Tafel und Planungsausschuss, der seit vergangenem Jahr mit den Überlegungen zur Nutzung der weiteren Kirche betraut ist. „Es ist der erste Schritt zur Sozialkirche St. Michael”, freut sich auch Ausschuss- und Fördervereinsmitglied Markus Zingel. „Es war unsere Motivation, mit der Tafel eine Kooperation einzugehen und wir sind froh, dass diese jetzt mit Leben gefüllt wird.”
Lebendig soll es direkt am 25. Februar zugehen. Geplant ist, mittags die Gäste mit einem Fischbuffet zu bewirten. Das ist ohnehin am Aschermittwoch in vielen Gemeinden Tradition und wird in die Veranstaltung eingebunden. Am weiteren Programm arbeitet der Ausschuss noch.
Gelsenkirchener Tafel
Die erste Tafel deutschlandweit wurde 1993 in Berlin eröffnet. 1998 wurde die Gelsenkirchener Tafel von Leitern einiger Pflegedienste gegründet. Heute werden mit sechs eigenen Fahrzeugen monatlich viele Tonnen Lebensmittel, die sonst vernichtet würden, bei Handel und Industrie eingesammelt und später an die Kunden verteilt. Die Gelsenkirchener Tafel beliefert aber auch soziale Einrichtungen wie etwa das Männerübernachtungsheim.
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