Angst vor Plünderungen

Die Amerikaner verhängten außerdem ein Ausgehverbot: Zunächst von 18 bis 10 Uhr, dann durfte man für einige Tage nur für eine Stunde von 17 bis 18 Uhr auf die Straße. Erst am 12. April wurde es wieder verkürzt, dann von 20 bis 7 Uhr. Viele Wohnungen wurden beschlagnahmt, in einigen Fällen auch ausgeraubt.

Angst hatte die Bevölkerung vor den plündernd umherziehenden ehemaligen Fremdarbeitern, Polen und Russen, aber auch Tschechen. Sie überfielen vor allem Bauernhöfe. Dabei gab es auch Tote und Verletzte sowie Vergewaltigungen. Allerdings gab es auch Berichte, wonach Zwangsarbeiter aus Schießdraht Spielzeug bastelten, um sie gegen Lebensmittel zu tauschen.

Doch gerade die Lebensmittelversorgung drohte in den ersten Wochen nach Kriegsschluss zur Katastrophe zu werden, weil der Stadtnorden bislang vom Süden versorgt worden war, jede Verbindung aber gekappt war. Erst am 17. April funktionierte sie wieder. Die Bevölkerung, so heißt es in verschiedenen Quellen, litt große Not. Es gab kein Trinkwasser, da das Leitungsnetz an vielen Stellen zerstört war. Nur mancherorts gab es Licht. Allerdings wurde die Stromversorgung teilweise schon nach wenigen Tagen wieder hergestellt. Straßen- und Eisenbahnen fuhren nicht.

Vor allem die Frauen standen die meiste Zeit vor den Geschäften Schlange - oder gingen auf Hamsterfahrt.