Angela Horstmann: Styling by Mama

Sitzt beim Nähen ihrer selbst entworfenen Kinderkleidung auch schon mal zehn Stunden am Stück an der Nähmaschine: Angela Horstmann aus Gelsenkirchen-Erle.
Sitzt beim Nähen ihrer selbst entworfenen Kinderkleidung auch schon mal zehn Stunden am Stück an der Nähmaschine: Angela Horstmann aus Gelsenkirchen-Erle.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mustermix – der ist nicht nur ein Markenzeichen der Kindermode von Angela Horstmann, er ist auch die beste Beschreibung für das Näh-Atelier auf dem Dachboden der Erlerin. Fast wähnt man sich in einem Stoffladen. Hier oben lässt sie sich inspirieren.

Gelsenkirchen-Erle..  Mustermix – der ist nicht nur ein Markenzeichen der Kindermode von Angela Horstmann, er ist auch die beste Beschreibung für das Näh-Atelier auf dem Dachboden der Erlerin. Fast wähnt man sich in einem Stoffladen, ist geneigt, zuzuschlagen, richtig einzukaufen. Doch hier ist nicht der Stoff die Ware, sondern robuste, praktische und zugleich pfiffige, kindgerechte Kleidung.

Zum Nähen kam die Tochter einer gelernten Schneiderin durch das eigene Kind. „Das war ein Frühchen. Und kein Kleidungsstück passte. Da habe ich meine Mutter gefragt, ob sie nicht etwas nähen könnte.“ Die willigte ein und schickte die Tochter Stoff kaufen. „Ich war erschlagen von der großen Auswahl.“ Doch auf die Näharbeit musste Angela Horstmann warten. Kurzerhand absolvierte sie selbst einen Nähkurs im Helene-Weber-Haus. „Und ich habe gleich Blut geleckt.“ Der Funken sprang auch schnell auf andere über. „In der Krabbelgruppe wurde ich angesprochen auf die Kleidung meiner Tochter. Und dann habe ich auch für die anderen Kinder genäht.“

Aufwendige Applikationen

So ist es bis heute – obwohl das eigene Kind schon volljährig ist. Die Models für die eigene Kollektion sind kleine Schneiderpuppen, die in den schönsten Farben gekleidet sind. Denn Farben stehen im Mittelpunkt. Kindgerecht sollen sie sein, mit schönen Mustern. Viele Stücke tragen dazu Applikationen, mal eine Eule, mal eine Blume. Allesamt sind sie handgenäht an der Stickmaschine, eine von vier Maschinen, die die Hobby-Schneiderin in ihrem Atelier stehen hat. „Die Eule dauert eine Stunde. Dann habe ich ein Mädchen mit Zöpfen, das dauert anderthalb“, erzählt sie, dass dies eine echte Fleißarbeit ist.

Obwohl Angela Horstmann Trends setzt, beachtet sie doch, was in der Modewelt für die Kleinen so angesagt ist. „Ich schaue, dass ich aktuelle Farben benutze und Muster. Denn da ist die Nachfrage besonders groß.“ Die Erlerin verkauft ihre Stücke an Stammkunden, nach deren Wünschen sie auch arbeitet, und auf Kunstmärkten und Messen.

Ohrenmützen besonders gefragt

Dort merkt sie schnell, was gut ankommt. „Unheimlich gefragt sind die Ohrenmützen“, zeigt sie eine Kindermütze mit kleinen Öhrchen. „Und die Halssocken.“ Sie hebt einen kleinen Rundschal hoch, in den Kinder auch ohne Hilfe hinein schlüpfen können. Auf Bestellung näht Angela Horstmann auch für ältere Kinder. Aber die Nachfrage ist bei Kleidung für kleine Kinder größer. Die erwarteten Strampler übrigens gehören nicht dazu. „Das kauft keiner mehr, weil man von einer Kombination aus Hose und Pullover mehr hat.“ Vor allem, weil die Stücke bis zu einem gewissen Grad mitwachsen können.

Auch wenn der Dachboden vor Stoffen überzuquellen scheint, geht die kreative Handarbeiterin bald wieder einkaufen. „Hier oben ist kein Stoff älter als zwei Jahre. Damit alles aktuell ist.“ Und wenn dann in ein paar Wochen die neuen Stoffe kommen, kennt auch die Motivation keine Grenzen mehr. „Ohne Nähen kann ich nicht. Für mich ist das Entspannung. Ich kann locker zehn Stunden am Stück nähen. Das ist für mich kein Problem.“