Altersgemischt und klimastabild: So soll der Wald in Zukunft aussehen

Der Stadtwald in Buer ist nach dem Pfingststurm Ela immer noch für die Öffentlichkeit gesperrt, dort gilt das Wegegebot noch nicht.
Der Stadtwald in Buer ist nach dem Pfingststurm Ela immer noch für die Öffentlichkeit gesperrt, dort gilt das Wegegebot noch nicht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Regionalforstamt Ruhrgebiet mit Sitz am Brößweg in Buer verbindet mit den Schäden nach dem Ela-Sturm eine Hoffnung: dass sich die nachgepflanzten Bäume in Zukunft als klimastabil erweisen.

Gelsenkirchen-Buer..  Am Tag danach überall ein Bild des grünen Grauens: Sturm Ela fegte am Pfingstmontagabend 2014 mit bis zu 140 Stundenkilometern über das Ruhrgebiet hinweg und hinterließ eine breite Schneise der Verwüstung. Die Folgen sind bis heute noch zu sehen.

Zum Beispiel im buerschen Stadtwald, der immer noch nicht für die Öffentlichkeit wieder freigegeben ist.Im Gegensatz zu meisten anderen Waldflächen im Revier, die in der Zuständigkeit des Regionalforstamtes Ruhrgebiet mit Sitz am Brößweg liegen. Dort kann Michael Börth als zuständiger Fachgebietsleiter für hoheitliche Aufgaben inzwischen aufatmen: Die sofort verhängte Sperrung der Wälder konnte Ende April aufgehoben und durch ein Wegegebot ersetzt werden: „Spaziergänger dürfen die Waldwege betreten – auf eigenes Risiko.“ Auch wenn umgeknickte Bäume, Pendeläste und abgerissene Kronen inzwischen beseitigt worden sind: Die Gefahr, die von den Sturmschäden ausgehen kann, ist noch nicht vollständig gebannt.

Korridor von Südwest nach Nordost

Da sich aber das Betretungsverbot für die Wälder verschlissen habe, so Börth, habe sich das Regionalforstamt für das Wegegebot entschieden in der Hoffnung, dass sich Erholungssuchende entsprechend diszipliniert verhalten und die Waldwege nicht verlassen.

Ela hatte Kurs genommen von Südwest nach Nordost, der Korridor führte von Mülheim über Essen und Gelsenkirchen Richtung Herten und Recklinghausen. Börth: „Im Münsterland war es schon wieder wesentlich entspannter.“ Aber da, wo Ela brauste, faltete der Sturm Baumkronen wie Segel zusammen. Betroffen waren Laubbäume. Eine weiteres Merkmal: Ela wütete stellenweise, breite Kahlstellen, wie sie Kyrill zum Beispiel im Sauerland hinterlassen hatte, waren eher die Ausnahme.

Der Zuständigkeitsbereich des Regionalforstamtes reicht von Hamm bis Duisburg, von Hagen bis Haltern und umfasst einen Lebensraum von rund fünf Millionen Menschen. Michael Börth schätzt, dass in der Ela-Nacht zwischen 100 000 und 120 000 Festmeter Holz auf den Boden geworfen wurden. Rein rechnerisch ein Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro, die exakte Schadenssumme wird wohl kaum zu ermitteln sein.

Da der größte Teil der Schäden in den meist überalterten Waldbeständen beseitigt ist, keimt etwas Hoffnung auf. Michael Börth: „Jetzt besteht die Möglichkeit, einen klimastabilen Wald aufzubauen.“ Durch das Anpflanzen von standortangepassten Jungbäumen entstehe ein altersgemischter Wald, der dann – sollte es noch einmal zu einem Sturm mit Ela-Kräften kommen – wesentlich widerstandsfähiger sei.