Alfredo rettet Schienenkreuz
23.11.2009 | 16:45 Uhr 2009-11-23T16:45:00+0100„Don Alfredo”, Retter des Bahnwärterhäuschens an der Horster Straße, ist ein weiterer Coup gelungen: Der nimmermüde Kämpfer für das Industriedenkmal konnte jetzt im Zuge der Straßenbauarbeiten auf der Horster Straße das westliche Schienenkreuz retten.
Es ist das letzte Überbleibsel der alten Hugobahn, der Teil, der die Straßenbahngleise auf der Horster Straße kreuzte. „Huntertausende von Kohlenzüge sind da rübergefahren”, so Alfred Konter.
„Wäre ich nicht eingeschritten, wäre das Teil ausgebaut und längst verschrottet worden”, erzählt „Don Alfredo” beim Besuch der WAZ Buer und zeigt stolz auf das Relikt der Zechenbahn, das nun hinter dem sanierten Bahnwärterhäuschen neben der alten Hugotrasse und heutigem Radweg liegt. Im kommenden Frühjahr will die Helfergruppe um Alfred Konter das Schienenkreuz noch etwas verschieben lassen - direkt hinter die Kohlenlore - und dann einrahmen sowie mit Schotter und Teer versiegeln.
Das vier Tonnen schwere Schienenkreuz ist quasi ein Geschenk der Zechenbahn- und Hafenbetriebe und der Bogestra - die (ehemaligen) Betreiber der Gleise. „Der Ausbau, das war ein Show”, erzählt der 80-jährige Konter. Aufwändig seien die Stahlschienen vom Gleiskörper abgetrennt worden und dann mit gleich zwei Baggern auf das Areal des Bahnwärterhäuschens geschafft worden. „Ich will das Schienenkreuz als weitere Erinnerung behalten”, erzählt „Kämpfer Alfredo”. Inzwischen hat er höchstselbst die Schienen bemalt.
Schon bei den ersten Planungen für die Sanierung der Horster Straße habe er an den Erhalt gedacht und sich, als die Bauarbeiten schließlich im vergangenen Herbst begannen, um den rettenden Ausbau bemüht. Auch das zweite, östliche Schienenkreuz will Konter ausgebaut und bewahrt wissen: Es soll dann auf der anderen Straßenseite am Eingang zum Radweg Richtung Sutum aufgebaut werden.
Übrigens trägt sich Konter mit noch einer Idee: Er schlägt vor, dass auf der neuen Horster Straße der Gleisverlauf der Hugobahn simuliert wird. „Da- mit nachfolgende Generationen wissen, dass hier einmal eine Zechenbahn herging.”
Bei allem Erfolg ist auch Konter zuletzt etwas nicht geglückt: Von Kunststudenten wollte er die nah am Bahnwärterhäuschen gelegene A-2-Unterführung mit Bergbaumotiven bemalen lassen. Doch die geplanten Kosten stiegen immer höher. „Zuletzt waren es 75 000 €. Das war auch für mich zuviel zum Sammeln.” Dagegen scheint schon klar, dass im Februar Meisterkoch Heinrich Wächter am Bahnwärterhäuschen Stielmus kocht - für Alfredos Freunde und Gäste, die vorbeiradeln.
20:38
8 Danke Gerolsteiner,
wenn Herr Konter das Ruhrgebiet und ganz besonders Gelsenkirchen so schätz wie wir? Dann schaun wir Mal.
18:37
An Zeche:
Habe mit Herrn Konter Kontakt aufgenommen, mal sehen, was draus wird.
16:11
#5 Hallo lieber Gerolsteiner „Don Alfredo“ ist 80- Jahre.
Mir scheint du oder sie Kontakt zum Bund Gelsenkirchener Künstler hast/haben, wenn diese Leute Interesse haben, könnten sie ja an der Horster Straße bei „Don Alfredo“ mal vorbei gehen, sich die Unterführung mal Ansehen, und die Wände dann gestalten.
Das würde sicherlich alle Freuen, und wäre für die Künstler eine gute Werbung.
15:55
Don Alfredo sollte sich unbedingt einmal beim Bund Gelsenkirchener Künstler (BGK) melden.
Dort gibt es zahlreiche kreative Leute, die sicher gern die Bemalung der unterführung übernehmen würden.
Einfach mal am Wochenende zum Kunstmarkt ins Domizil oder in díe Kunststation Rheinelbe kommen und mit den Künstlern reden.
02:23
Es zeigt sich mal wieder, daß eigene Initiative viel bewirken kann. Ich wünsche Don Alfredo noch viele gesunde Jahre, denn er hat wie kaum ein anderer, viel für die Bewahrung der Tradition von Zeche Hugo beigetragen.
21:33
Ebenfalls Dank und Lob an Alfredo, für seinen stetigen Einsatz!
19:57
Die künstlerische Bemalung der bis dato häßlichen A-2-Unterführung kostet nur 75.000 €?
Dieser kleine Betrag sollte doch wohl im Stadtsäckel vorhanden sein. Im Vergleich zu den 20,5 Millionen Euro für einen Fußballverein sind diese 75.000 € doch nun wirklich nichts.
19:40
Danke „Don Alfredo“ für deinen großen Einsatz für den Erhalt von Denkmahlkulturen, Es müsste mehr Menschen wie dich geben die so an der Tradition unserer Heimat festhalten.