Afrika stellt sich in Beckhausen vor

Auf dem Kunst- und Kreativmarkt auf Hof Holz stellten (von links) Jenny Kühn, Sandra Kühn und Katharina Weiland-Zejewski das Hilfsprojekt „Dentists for Africa“ vor.
Auf dem Kunst- und Kreativmarkt auf Hof Holz stellten (von links) Jenny Kühn, Sandra Kühn und Katharina Weiland-Zejewski das Hilfsprojekt „Dentists for Africa“ vor.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Auf dem Kunst- und Kreativmarkt auf Hof Holz stellte sich auch die Hilfsorganisation „Dentists for Africa“ vor, die auf Unterstützung auch aus Gelsenkirchen zählen kann.

Gelsenkirchen-Beckhausen..  Für original handwerkliche Kunst aus Afrika muss man nicht weit reisen. Gleich mehrere Stände boten beim Kunst- und Kreativmarkt auf Hof Holz Handgemachtes vom Schwarzen Kontinent. Natürlich gab es auch Kunst und Schmuck von Herstellern aus der Region und sommerliche Temperaturen luden Besucher zum Schlendern über das Hofgelände ein.

Hinter der Theke vom Stand des Vereins „Dentists for Africa“ steht Katharina Weiland-Zejewski und verkauft Waren aus einem Witwendorf aus Kenia. Die Zahnarzthelferin ist Koordinatorin für das Projekt, das von „Dentists for Africa“ auf die Beine gestellt wurde. „Das Witwendorf ist eine Aktion in Nyabondo in Westkenia, das seit sechs Jahren läuft. Dort haben Frauen, die meist aufgrund HIV/Aids verwitwet sind, die Möglichkeit, selbstständig und selbstorganisiert zu leben“, erklärt Katharina Weiland-Zejewski.

Die Zahnarzthelferin kommt aus Gelsenkirchen. 2001 reiste sie mit ihrem damaligen Chef erstmalig ehrenamtlich nach Afrika, um dort bei zahnärztlichen Behandlungen Unterstützung zu leisten. Da sie als Zahnarzthelferin aber selbst nicht behandeln darf, suchte sie nach einer Möglichkeit, weiterhin den Menschen dort zu helfen. „Auf einer Tagung wurde ich dann auf das Witwenprojekt aufmerksam, das noch einen Betreuer benötigte“, erzählt sie. Einmal im Jahr reist sie dorthin und schaut vor Ort, wie die Fortschritte sind. Mittlerweile haben die Frauen eine eigene Imkerei, einen Kindergarten, eine Bäckerei und Schneiderei. In allen Bereichen organisieren die rund 300 Frauen sich selbst, vom Verein kommt vor allem finanzielle Hilfe und Unterstützung im medizinischen Bereich.

Auf eigenen Beinen

Die Zahnärztin Sandra Kühn aus dem Saarland ist auch am Stand und verkauft die Kissenbezüge, Flechtkörbe und Schmuckstücke. „Wenn wir den Frauen zeigen, wie ihre Erzeugnisse hier ankommen, freuen sie sich immer besonders. Geld, das sie sich auf diesem Wege selbst verdienen, nehmen sie viel lieber an als Spenden. Dann fühlen sie sich vielmehr wertgeschätzt“, sagt Sandra Kühn, die bald wieder für mehrere Monate ins Witwendorf geht, um in der dortigen Zahnarztstation zu behandeln: „In aller Hinsicht schaffen wir zusammen mit den Witwen dort etwas nachhaltiges. Es wird geplant, die Verantwortung immer mehr abzugeben, so dass sie letztlich komplett auf eigenen Beinen stehen können.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Diese Hilfe zur Selbsthilfe steht bei den „Dentists for Africa“ als eins der Hauptziele auf dem Plan. So engagieren sie sich auch darin, die zahnärztliche Versorgung in Kenia durch Ausbildung von Ärzten und Zahntechnikern zu verbessern. Hierzu wurden schon elf Praxen im Land eingerichtet. Eine davon in dem Witwendorf.

Für Katharina Weiland-Zejewkski geht es nächstes Jahr erst wieder in das zentralafrikanische Land. Wenn sie zurückkommt, wird in ihrem Gepäck sicher wieder auch das ein oder andere Handwerksstück dabei sein.