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Gott und die Welt : Erinnern und hoffen

Gelsenkirchen-Buer, 30.11.2009, Klaus Venjakob

Gedanken zum Totensonntag.

Die Blätter sind nun von den Bäumen gefallen. Das Absterben und Vergehen sehen wir in der Natur, und das größere Thema der menschlichen Vergänglichkeit geht vielen im November unter die Haut; und jetzt Totensonntag!

Wie schwer, aber auch wie wichtig und tröstend das Abschiednehmen ist, wurde beim tragischen Tod des Torwartes Robert Enke und den Trauerfeiern deutlich. Es war ein offenes und öffentliches Abschiednehmen. Bei diesem einen Tod denke ich an die vielen Menschen, die in den vergangenen Monaten Abschied nehmen mussten. Vieles ist ungesagt geblieben, viele Tränen werden geweint, viele Wunden sind (noch) nicht verheilt.

Das ist der Sinn vom Totensonntag: Wir rufen uns die Gestorbenen ins Gedächtnis, wir gehen auf den Friedhof, verweilen an den Gräbern, sprechen manchmal mit den Gestorbenen und bleiben mit ihnen in Liebe verbunden. Mit einem gewissen zeitlichen Abstand erleben wir auf dem Weg der Trauer die verschiedenen Seiten der Erinnerung. Dietrich Bonhoeffer beschreibt sie so: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.” Das Erinnern mag wehtun, aber es hilft durch die Trauer hindurch. Nun heißt der morgige Sonntag mit einem anderen Namen auch Ewigkeitssonntag. Diesen Namen empfinde ich wie einen Hinweis, nicht im Zurücksehen stecken zu bleiben, sich nicht vom Gestern gefangen nehmen zu lassen und sich nicht in der Trauer zu vergraben. Der christliche Glaube sagt: Die Gestorbenen sind in Gottes Ewigkeit, sie haben Frieden bei Gott, sie sind im Himmel. Deshalb ist die Trauer und ist sogar der Tod vorübergehend. Am Ende steht Jesus Christus, der spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben” (Joh.14,19). Deshalb: erinnern und hoffen!

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