80 Anwohner am Schlesischen Ring unterschreiben Petition

Ein  Großteil der Anwohner am Schlesischen Ring spricht sich gegen den Umbau aus
Ein Großteil der Anwohner am Schlesischen Ring spricht sich gegen den Umbau aus
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Schlesischen Ring in Gelsenkirchen-Buer formiert sich der Protest. Die Mehrheit der Anwohner ist gegen die Sanierung der Straße. „Die wollen uns hier weg haben“, schimpft eine Hauseigentümerin, die einen Gewerbebetrieb in der Straße hat. Ortstermin nächste Woche

Der Protest gegen den Ausbau des Schlesischen Rings formiert sich: Rechtsanwalt Günter Galland hat seine Einwände schriftlich formuliert und knapp 80 Nachbarn – und damit die Mehrheit – haben dieses Schreiben unterzeichnet.

Bei einer Ortsbegehung, die in der nächsten Woche geplant ist, will Galland Politik und Verwaltung die Unterschriften überreichen. Die Knackpunkte:

13 Bäume sollen fallen

Galland hat nachgemessen, er sagt: „Da die Bäume einen Stammdurchmesser von mehr als 80 Zentimeter haben, sind sie durch die Baumschutzsatzung der Stadt geschützt. Ein Fällen wäre rechtswidrig“. Außerdem wäre nicht einer der Bäume beim Sturm Ela eingeknickt. Und: „Entgegen der Behauptung der Stadt wachsen die Wurzeln nicht in den Straßenbereich“.

Weniger Parkplätze

Eine Reduzierung der Parkplätze um 30 Prozent führe zu einem Chaos, da heute der Parkraum schon nicht ausreiche. Der Schlesische Ring werde von Mitarbeitern des Marien-Hospitals, von Schülern und Kunden aus der Innenstadt als kostenlose Parkfläche genutzt. Dazu käme der Lkw-Verkehr, der die Firmen beliefere.

Fahrbahnbreite verringern

Der von der Stadt vorgesehene Umbau der Straße entspreche einem Straßenbild in reinen Wohngebieten. Der Schlesische Ring liege aber in einem Mischgebiet mit zahlreichen Gewerbebetrieben.

Gewerbebetriebe

Die Gewerbebetriebe scheinen der Knackpunkt zu sein. In einem Schreiben an die Politik, stellt ein vor einigen Jahren an den Schlesischen Ring gezogener Anwohner klar: „Die noch vorhandenen Gewerbebetriebe stellen bereits heute ein temporäres Erscheinungsbild dar, die auch städtebaulich nicht weiter unterstützt werden dürfen.“ Er drückt damit das aus, was alteingesessene Anwohner, die seit Jahrzehnten ein Gewerbe am Schlesischen Ring betreiben, befürchten: „Die wollen uns hier weg haben“, schimpft eine Hauseigentümerin, die nicht genannt werden möchte. „Auf unseren Grundstücken könnte man doch ganz wunderbar neue Wohnungen bauen“.

Fehlende Transparenz

Sauer sind die meisten Anwohner auch über die Kommunikationspolitik der Stadt. „Warum zaubert die Verwaltung jetzt diese Straße aus dem Hut?“, fragte Bernhard Meigen (CDU) in der letzten Bezirksvertretung-Nord. Und Karl Henke (Die Grünen) vermutete: „Die Verwaltung liefert Zweckbehauptungen, um die Maßnahme durchzuziehen.“ Bis heute gibt es darauf keine konkrete Antwort. Nur die des zugezogenen Anwohners, der selber im Immobiliengeschäft tätig ist: „Dadurch, dass sich die Wohn- und Arbeitsqualität im sanierten Gebiet wesentlich verbessert, können höhere Verkaufs- und im Fall der Neuvermietung - Vermietungspreise erzielt werden.“