60 Jahre gut bei Stimme
17.10.2011 | 17:26 Uhr 2011-10-17T17:26:00+0200
Gelsenkirchen-Buer.Auf so viele Konzerte wie die Sänger des Werk Chores BP können wohl nur wenige Hobby-Musiker zurückblicken. Seit 60 Jahren gibt es den Männerchor nun schon, der jetzt zur Matinee in die Aula an der Goldbergstraße geladen hatte.
„Wo man singt, da ist Vergnügen“ lautete der Titel der ersten Stücks, das der Chor an diesem Tag sang. Es hätte aber auch das Motto Konzerts sein können, denn gute Laune stand bei allen Liedern im Vordergrund.
Dabei hat der Chor in seiner 60-jährigen Geschichte schon mindestens so viele Namen getragen wie der Betrieb, aus dem er hervorging. Werk Chor Gelsenberg Benzin AG, Werk Chor Veba Öl und mittlerweile eben Werk Chor BP Gelsenkirchen - das sind noch nicht einmal alle Namen.
Die Veranstaltung im Herbst ist jedes Jahr ein fester Eintrag im Terminkalender der Sänger. Daneben gibt es Konzerte in der Weihnachtszeit sowie bei kirchlichen Veranstaltungen. Und auch bei der Aktion „Schachtzeichen“ im vergangenen Jahr sang der Männerchor. „Die Zahl der Auftritte wird allerdings mit jedem Jahr weniger“, erzählt Chorleiter Kurt Galka mit Bedauern.
Dabei erweitert der Chor sein Repertoire von Konzert zu Konzert. „Drei oder vier Stücke kommen immer wieder dazu“, berichtet Galka, der selber schon seit mehr als 40 Jahren dabei ist. Bei der wöchentlichen Probe würden die alten Lieder dann aufgefrischt und gleichzeitig an neuen Stücken gearbeitet.
Doch nicht nur die BP-ler - zwei der Sänger sind noch werktätig - konnten sich an diesem Vormittag hören lassen. Auch das Ensemble Peresvon, mit dem sie zusammen auftraten, sorgte bei den Gästen für gute Stimmung.
Mit ihren klassisch russischen Instrumenten wie der Balalaika und dem Bajan, einer osteuropäischen Akkordeonform, passten ihre Stücke gut ins Programm des Chores. Neben traditionellen Volksliedern brachte das Ensemble aber auch modernere Stücke wie „The Entertainer“ von Scott Joplin zu Gehör. Dabei ging das Quartett mit viel Elan zur Sache und bewegte die Zuhörer mehr als einmal zum Mitklatschen.
Bei den Stücken des Chores wurde dagegen eher konzentriert gelauscht. Die lange Zeit des gemeinsamen Musizierens zahlte sich aus, waren sich die Musiker ihrer Sache doch vollkommen sicher und harmonierten miteinander, als würden sie schon immer zusammen singen. Was bei manchem auch nicht ganz falsch ist.
So wurde bei diesem Konzert unter anderen auch Kurt Jaklin geehrt. Der 82-Jährige ist schon seit der Gründung des Chores dabei. Damals war er noch nicht lange im Werk und während seiner gesamtem Arbeitszeit blieb er seinem Hobby treu.
Doch auch wenn die Sänger allesamt nicht jünger werden, am Ende des Konzerts hieß es nun auch im einundsechzigsten Jahr, „wir hoffen, Sie beim nächsten Konzert wieder zu sehen.“
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