155 Pakete für das Friedensdorf
01.12.2011 | 18:28 Uhr 2011-12-01T18:28:00+0100
Gelsenkirchen-Buer.„Packt genau nach Plan, sonst passt nicht alles hinein!“ Auch wenn Martin Miebach sich eigentlich in Elternzeit befindet, bleibt er doch Lehrer, wenn er für einige Stunden quasi ehrenamtlich vor einer Klasse steht. Es ist die dritte Stunde und auf dem Stundenplan der achten Klasse des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums (AvD) steht das Verpacken der Hilfspakete für das Friedensdorf Oberhausen.
Schneller als sonst geht die Stunde vorbei und ein großer Teil der 155 Pakete ist gepackt. Schon seit über 15 Jahren beteiligt sich das AvD mit Schülern, Eltern und Lehrern an dieser Aktion. Ziel ist es, in der Weihnachtszeit Hilfspakete zu packen, die dann in benachteiligten Ländern an kinderreiche Familien, Waisenhäuser und Flüchtlingscamps verteilt werden. Das Oberhausener Friedensdorf arbeitet mit Kinderstiftungen in den entsprechenden Ländern zusammen, die dann vor Ort für eine gerechte Verteilung sorgen. In diesem Jahr gehen die Pakete nach Armenien und Georgien.
Im AvD steht die Aktion auf zwei Säulen. Zum einen wird in den Klassen, bei Veranstaltungen und bei Elternabenden Geld für diese Aktion gesammelt. In diesem Jahr kamen dabei gut 4000 Euro zusammen. Davon werden dann vorwiegend haltbare Lebensmittel gekauft, die dann in Pakete verpackt werden.
Überall türmen sich im Kontrapunkt des AvD Nudeln, Reis, Konserven, Mehl, Zucker, getrocknete Hülsenfrüchte, Haferflocken und andere Nahrungsmittel. Miebach hat einen Pack-Plan an die Tafel gezeichnet und erklärt auch genau, wie aus den flachen Pappen Pakete gefaltet werden. Nach einiger Übung klappt das wie am Schnürchen, jeweils rund 20 nahrhafte Kilogramm passen in einen Karton.
Das zweite Standbein sind die Familien der Schulgemeinde, die selbstständig die Hilfsgüter einkaufen und dann die fertig gepackten Pakete in der Schule abliefern.
Alles zusammen ergab jetzt geradezu einen Paketberg, der gestern mit vereinten Kräften von Schülern und Lehrern in einen Lkw des Friedensdorfes geladen wurde.
Aktiv beteiligt an dieser Aktion sind rund 150 Schülerinnen und Schüler aller Klassen stufen, die nicht nur im Unterricht, sondern auch in Pausen und Freistunden kräftig mit anfassen. „Für uns ist es auch wichtig, dass die Schüler so soziale Verantwortung spüren und sich für Mitmenschen einsetzen“, sieht Martin Miebach, der die ganze Aktion koordiniert, auch einen wesentlichen pädagogischen Aspekt der Anstrengungen.
Eine ebenso lange Tradition haben am AvD die Friedensdorf-Konzerte mit deren Erlös die Arbeit der Oberhausener Institution unterstützt wird. Das 35. Konzert steht am Freitag, 9. Dezember, in der AvD-Aula an der Löchterheide auf dem Programm und ist im eigentlichen Sinne kein Konzert. Der Kabarettist Martin F. Risse schlüpft dann in die Rolle des „Herrn Schmöll“.
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