120 Bäume sollen im Stadtnorden gefällt werden

2019 soll die Renaturierungsmaßnahme am Rapphofs Mühlenbach abgeschlossen sein.
2019 soll die Renaturierungsmaßnahme am Rapphofs Mühlenbach abgeschlossen sein.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Lippe-Verband will den Rapphofsmühlenbach an der Stadtgrenze zu Dorsten renaturieren. Auf einer Länge von 1,9 Kilometern soll das Bett des Baches vertieft werden. „Es ist ein Eingriff in die Natur, der eher hilft“, sagt die Stadt Gelsenkirchen.

Wie mit einem Lineal gezogen verläuft der Rapphofsmühlenbach ganz gradlinig im Gelsenkirchener Norden zwischen der A 52 und der Dorstener Stadtgrenze. Aber nicht mehr lange. Denn in den nächsten drei Jahren soll der Bach renaturiert werden. Zumindest im Teilabschnitt zwischen den beiden Altendorfer Straßen – der Gelsenkirchener und Dorstener.

Die Baumaßnahme trägt den Titel trägt den bürokratischen Titel „Rapphofs Mühlenbach – Regelung der Vorflut von Kilometer 4,4 bis 6,3 in Dorsten und Gelsenkirchen“. Noch befindet sie sich im Planfeststellungsverfahren. Das heißt: Noch hat die Aufsichtsbehörde, die Bezirksregierung in Münster, nicht zugestimmt. „Mit einer Genehmigung wird für März/April 2016 gerechnet“, sagt Lippe-Verband-Sprecher Michael Steinbach.

Kosten: Neun Millionen Euro

Der Plan: Auf einer Länge von 1,9 Kilometern soll das Bett des Baches vertieft werden. „Dies wird in einer Weise umgesetzt, dass der Bach wieder eigendynamisch fließen kann und sich ökologisch wertvolle Flachwasserbereiche und Retentionsräume entwickeln können – seitlich gelegene Flächen, auf denen sich bei Hochwasser das Wasser ausbreiten und ansammeln kann“, so Steinbach.

Querenden Brücken und Versorgungsleitungen müssten dabei an die neu gestaltete Gewässertrasse angepasst werden. Die Kosten von rund 9 Millionen Euro trage die RAG AG.

Markante alte Eiche

„Zur Vorbereitung der Baumaßnahmen werden in der nächsten Woche, am Donnerstag, 11., und Freitag, 12. Februar, die ersten Fällarbeiten durchgeführt“, sagt Steinbach. Zwischen der Feldzufahrt zum Hof Grümer und dem Polsumer Weg unweit der Stadtgrenze Dorsten/ Gelsenkirchen würden insgesamt 120 Einzelbäume gefällt. An der Brücke Polsumer Weg sei es leider unvermeidlich, eine markante alte Eiche zu fällen. Durch die Fällarbeiten an der Polsumer Brücke komme es kurzzeitig zu Einschränkungen: der Straßenverkehr werde dann einspurig geführt.

Die Fällarbeiten, die nach dem Naturschutzrecht vor Beginn der Brutzeit bis Ende Februar erfolgen müssen, wurden vom Kreis Recklinghausen genehmigt. Sie sind auch mit der Stadt Gelsenkirchen abgestimmt. „Es ist ein Eingriff in die Natur, der eher hilft“, kommentiert Gelsenkirchens Stadtsprecher Martin Schulmann. Im Anschluss soll sich das Gebiet entwickeln. „Wir lassen der Natur freien Lauf“, sagt Steinbach.