100 Jahre Gemeinschaft
05.09.2010 | 16:54 Uhr 2010-09-05T16:54:00+0200Hassel. Heinz Hackstein ist zufrieden. „Unser Fest ist eigentlich gut besucht; insbesondere, wenn man bedenkt, dass zur Zeit überall andere Feste sind“, so der Pressewart der Gemeinschaft Bergmannsglücker Vereine (GBV), die eine Feier zum 100-jährigen Bestehen der Siedlung ausgerichtet hat. Voll aber ist es nicht. Das war auch nicht das Ziel: In erster Linie sollte die Feier eine von Siedlern für Siedler sein. Zu diesem Anlass hat sich die GBV auch ein Feuerwerk gegönnt, das den Himmel am Samstagabend erleuchtete.
Rund 200 Menschen tummeln sich einige Stunden früher rund um die Hallen des ehemaligen Zentrallagers der DSK. In einer der Hallen läuft das Programm. Momentan steht Dennis Treblmeier mit seinen Kollegen von „Musical Emotions“ auf der Bühne; sie präsentieren beispielsweise Lieder aus dem Musical „Elisabeth“ und ernten dafür großen Applaus. Einziges Manko: Es ist zu laut.
Auch ist das Trio ein wenig in Verzug, wofür sie aber wiederum nichts können. Die Otto-Parodie hatte offensichtlich Anreise-Probleme. Vielleicht ein Stau auf der A31, munkelt man. Im Vorfeld hatten bereits die ganz jungen Bergmannsglücker die Bühne für sich. Insbesondere die Kindertagesstätte Niefeldstraße, wohl untrennbar mit der Siedlung verknüpft, war aktiv. Die „Niefelder Hausmusikanten“, eine Gesangsgruppe aus Großeltern und Kita-Kindern, präsentierte beispielsweise zwei selbst komponierte Lieder. Eine Tanzgruppe brachte Tänze vom Twist bis zu Lady Gaga mit. „In zwei Jahren feiern wir selbst 100-jähriges Bestehen“, fügt Annette Fischer von der Kita Niefeldstraße an, „und hoffen, dass wir dann auch viele Besucher haben.“
Apropos 100: Warum wird eigentlich dieses Jahr gefeiert, wenn doch Teile der Siedlung sowie die Zeche durchaus jünger und älter sind? Die Antwort ist einfach: „1990 haben wir das 80-jährige Bestehen gefeiert“, sagt Hackstein. Übrigens seien im Adressbuch aus dem Jahre 1910 die Straßen der Siedlung das erste Mal vermerkt gewesen.
Im abends abgesperrten Bereich der Lagerhalle hat ei-ne Ausstellung zur Geschichte der Siedlung Bergmannsglück auf die Besucher gewartet. Hackstein, der neben seiner Tätigkeit für die GBV vor allem im buerschen Heimatverein engagiert ist, hat Fotos aus der Geschichte zusammengetragen und auf 32 Stellwänden präsentiert. „Ich freue mich insbesondere über die Resonanz zur Ausstellung“, so der Heimatforscher. Das nahe liegende Ziel sei jetzt ein permanenter Ausstellungsort.
Die Bilder stammen aus Privatarchiven, sie dokumentieren beispielsweise, dass die Niefeldstraße früher eine Einkaufsmeile war – mit Fleischerei, Milchbauer, Lebensmittelläden und einem Friseur. Diese Geschäfte gibt’s heute nicht mehr; lediglich T-Shirts und Polohemden zum Jubiläum sind am Wochenende noch vertrieben worden. Mit dem Aufdruck „100 Jahre Bergmannsglück“.
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