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Zusätzliche Klasse für die Gesamtschule in Sicht

07.02.2008 | 17:14 Uhr

Fröndenberg. Für den Schülerandrang an der Gesamtschule Fröndenberg könnte es eine Lösung geben. Bürgermeister Egon Krause will sich in einer Beschlussvorlage für die Einrichtung einer zusätzlichen Klasse einsetzen.

Damit könnten 30 weitere Schülerinnen und Schüler zum nächsten Schuljahr aufgenommen werden. Dem Vorhaben stimmten in einem Gespräch am Mittwochnachmittag der Schulleiter Klaus de Vries und anwesende Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg zu. Schuldezernent Martin Treichel von der Bezirksregierung signalisierte bereits, das notwendige Lehrpersonal bereitzustellen. Geklärt werden müsse allerdings noch der Raumbedarf. Die Stadtverwaltung will zunächst prüfen, ob der vorhandene Platz ausreichen könnte. 

23 Fröndenberger Schüler hatte die Gesamtschule zuvor abweisen müssen. Die Fröndenberger Kinder dürfen im Aufnahmeverfahren von der Schule nicht bevorzugt werden, da Nachbarstädte wie Menden keine Gesamtschule besitzen. Bei den Eltern der abgelehnten Kinder hatte das für Unmut gesorgt. Laut einer ersten Überprüfung durch die Bezirksregierung hat die Schule bei der Aufnahme aber alles richtig gemacht. Schulleiter Klaus der Vries über das Aufnahmeverfahren: „Das war natürlich auch für uns nicht einfach und ich verstehe ja, dass es für die betroffenen Eltern und Schüler schlimm ist. Aber wir haben unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen gemacht.” Das Kollegium hoffe, dass eine tragfähige Lösung für die Zukunft gefunden werden könne.

SPD-Ratsmitglied Stefan Klemp forderte indes eine Stellungnahme von Schulministerin Barbara Sommer, da überall in Nordrhein-Westfalen Probleme mit der Aufnahme an Gesamtschulen aufträten. „Es ist zu begrüßen, dass aufgrund der öffentlichen Berichterstattung nach einer Lösung für die abgelehnten Kinder gesucht wird. Bisher konnten Fröndenberger Kinder ihre Wahlschule vor Ort besuchen”, so Stefan Klemp: „Das von der Landesregierung eingeführte Anmeldeverfahren macht diese Wahlfreiheit in diesem Jahr erstmals zunichte.” Stefan Klemp nannte die Politik in Düsseldorf und Menden kinderfeindlich, da sie Fröndenberger Kinder dazu zwinge, eine Schule in Menden oder Unna zu besuchen. „Eine Wahl haben sie nicht. Da es in Menden keine Gesamtschule gibt, müssten sie von Fröndenberg nach Unna fahren. Aber: Die Gesamtschulen dort können Fröndenberger Anmeldungen ablehnen, weil es hier eine Gesamtschule gibt”, so das SPD-Ratsmitglied. Dass es in Fröndenberg keine andere weiterführende Schule gibt, spiele keine Rolle. Klemp: „Grundsätze und Prinzipien der Schulbildung werden über den Haufen geworfen.”

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