Wegen Extra-Kaffee ins Gefägnis
11.12.2007 | 20:00 Uhr 2007-12-11T20:00:23+0100Fröndenberg/Unna. (alex) Wenn es um Kaffee geht, verstehen Knastbrüder keinen Spaß. Dass das sogar bis zur Erpressung gehen kann, konnte man gestern vor der Strafkammer des Unnaer Amtsgerichts feststellen.
Boris M. (Name geändert) wurde seinerzeit im Fröndenberger Justizvollzugskrankenhaus (JVK) behandelt. Während eines Freigangs forderte er von einem Mithäftling dessen Kaffeeration. Als sich dieser weigerte, drohte Boris M., den übrigen Insassen zu stecken, weswegen der andere in Haft war - nämlich wegen Vergewaltigung. Und Vergewaltiger haben im Knast bekanntlich schlechte Karten.
Der Erpresste informierte umgehend die JVK-Direktion von dem Vorfall. Diese stellte gegen Boris M. Strafanzeige wegen Erpressung.
Der Angeklagte, dessen Haftstrafe eigentlich bis 2009 angesetzt war, befindet sich zurzeit auf freiem Fuß. Die Haft wurde zurückgesetzt, um ihm den Antritt zu einer Drogentherapie zu ermöglichen. Auf die hatte der Angeklagte jedoch offenbar "keinen Bock", er habe in der Entzugsklinik nur kurz "guten Tag" gesagt und sei dann sofort wieder verschwunden.
Keinen Bock hatte Boris M. wohl auch auf die Hauptverhandlung, zu der er nicht erschien. Amtsrichterin Finke-Gross war sich mit der Staatsanwaltschaft über einen Strafbefehl über 150 Tagessätze zu je zehn Euro einig, die einer fünfmonatigen Haftstrafe entsprechen. Zu erwarten ist jetzt, dass Boris M. die Reststrafe verbüßen muss.
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