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Vater darf Foto seines Sohnes nicht bei Facebook posten

16.01.2013 | 06:00 Uhr
Vater darf Foto seines Sohnes nicht bei Facebook posten

Fröndenberg/Unna. Noch ist der Junge zu klein, um sich zu wehren. Und das nutzen offenbar die Eltern des Dreijährigen schamlos aus und führen einen „Privatkrieg“, wie es Richter Granseuer am Dienstag auf den Punkt brachte.

Sie stellen munter Fotos und Videos ihres Sohnes ins Internet. Das brachte jetzt den 32-jährigen Vater auf die Anklagebank. Die Mutter hatte Strafantrag gestellt. Im Dezember hatte der Fröndenberger, und das gab er sofort zu, auf seiner Facebook-Seite ein Foto seines Kindes gepostet.

Knackpunkt: Der Mann, der im hellen Jeansanzug, weißen Turnschuhen und einem weißen Schal vor Gericht erschien, ist von der Mutter des Kindes seit längerer Zeit getrennt. Ob die Mutter das alleinige Sorgerecht hat oder ob sie zumindest bei allen Entscheidungen einwilligen muss, konnte das Gericht gestern nicht eindeutig klären. Klar ist für das Gericht: Der Vater hätte die Mutter des Kindes mindestens um Erlaubnis fragen müssen.

Denn auch ein Kind hat Persönlichkeitsrechte. In letzter Konsequenz entscheiden die Erziehungsberechtigten bis zur Volljährigkeit über das Recht am eigenen Bild ihrer Kinder. Das bedeutet auch, dass Eltern grundsätzlich Fotos ihrer Kinder posten dürfen – wenn sie denn erziehungsberechtigt sind.

Dass das Kleinkind, wie der Angeklagte berichtete, auch auf Party-Videos der Mutter zu sehen ist („Mitten in der Nacht zwischen Wodkaflaschen“), interessierte das Gericht gestern nicht. Richter Granseuer: „Es geht hier um eine andere Sache.“

Dieses Mal kam der mehrfach vorbestrafte Fröndenberger noch einmal mit einer Verwarnung unter Vorbehalt davon. Lässt er sich in seiner zweijährigen Bewährungszeit etwas zu Schulden kommen, muss er 20 Tagessätze à 20 Euro zahlen.

Birgit Kalle



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