Tief enttäuscht: Elisa Pitney sagt Gespräch ab
12.07.2011 | 19:28 Uhr 2011-07-12T19:28:00+0200Fröndenberg. Montagabend sah es im Streit zwischen Elisa Pitney und der AWO noch nach einem Hoffnungsschimmer aus. Pitney hatte für Samstag einen Gesprächstermin mit AWO-Geschäftsführer Peter Resler angekündigt. Gestern sagte sie ihn ab, weil sie keine Möglichkeit der Einigung mehr sehe. Derweil meldete sich AWO-Geschäftsführer Peter Resler mit einer Stellungnahme zu Wort.
Elisa Pitney ist wütend und tief enttäuscht. Gemeinsam mit ihrer Anwältin hatte sie am Samstag das Gespräch führen wollen, doch noch in der Hoffnung auf eine Festanstellung. Jetzt aber ist für sie „der Ofen aus“. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung sei ein Gespräch mit Reimund Knoblauch gewesen. Der ADFC-Sprecher überbrachte gestern die mehr als 200 Unterschriften an Peter Resler. Die hatte der Verein für Elisa Pitney gesammelt (wir berichteten). Bei der Übergabe habe Resler gegenüber Knoblauch jedoch signalisiert, dass er „mir nichts anderes anbieten wolle als den Hoteljob“, sagte Pitney. „Er hatte nie vor, mir einen Vertrag zu geben.“ Gesprächsbedarf habe sie jetzt nicht mehr.
In seiner Stellungnahme wehrt sich der AWO-Geschäftsführer gegen Vorwürfe, die im Laufe der Diskussion gegen die AWO erhoben worden seien. So sei das Vertragsverhältnis zwischen der AWO und Elisa Pitney ausdrücklich nicht als Haupttätigkeit qualifiziert worden, sondern lediglich als Nebenerwerb. Weiter schreibt Resler: „Ihrem Wunsch entsprechend wurde Elisabeth Pitney sogar die Möglichkeit gegeben, ein eigenes Musikcafé („Satchmo“) einzurichten. Mit Überschüssen aus diesem Betrieb hätte sie ihre finanzielle Situation verbessern können. Wir wollten ausdrücklich nicht, dass aus einem ehrenamtlichen Café-Betrieb eine quasi-hauptamtliche Aufgabe unter dem Dach der AWO wird.“
Das jedoch sieht Elisa Pitney völlig anders. Die gesamten Einnahmen aus dem Betrieb des Café Satchmo – allein im Juni 3 010 Euro – habe sie auf das Konto der AWO eingezahlt. Resler habe, nachdem sie die Einrichtung eines Cafés vorgeschlagen habe, die Nutzungsänderung für Café und Bahnhofshalle beantragt. „Das heißt doch, das ist sein Geschäft“, sagt Pitney. „Es gab keinen Zweifel daran, dass das nicht meins war.“
Elisa Pitney hatte sich nach einem Jahr Hoffnung auf eine Festanstellung gemacht. Aus ihrer Sicht aus gutem Grund. Denn ihr sei signalisiert worden, dass sie nach Verlängerung ihres alten Vertrages um drei Monate mit einer Festanstellung habe rechnen können. Peter Resler schreibt dagegen in seiner Stellungnahme, der Vertrag sei auf Drängen von Elisa Pitney um ein weiteres Jahr verlängert worden. Die AWO habe ihr sogar angeboten, „eine andere Tätigkeit im Bereich der AWO zu suchen, mit der sie für ihren Lebensunterhalt hätte sorgen können. Das hat sie aber abgelehnt.“ Eine solche Stelle sei ihr nie angeboten worden, sagt dagegen Elisa Pitney. Vielmehr habe sie, nachdem ihr mitgeteilt worden sei, dass sie keine Aussicht auf eine Festanstellung habe, die Kündigung eingereicht.
Von dem Gespräch am Samstag hatte sich Elisa Pitney erhofft, dass es doch noch zu einer Einigung kommen könne. Jetzt aber ist sie „unglaublich enttäuscht“. Sie will sich rechtliche Schritte vorbehalten. Mit Peter Resler indes will sie „kein Wort mehr wechseln“. Allen, die sie und ihre Familie in dieser Zeit unterstützen, dankt sie sehr.
AWO-Geschäftsführer Resler will für den Fröndenberger Bahnhof in Kürze eine „tragfähige Lösung“ präsentieren.
Die Erklärung der AWO im Wortlaut:
„Keine übereilten Schuldzuweisungen und bitte erst miteinander statt übereinander reden“, sagt Peter Resler, Geschäftsführer des AWOUnterbezirks Unna, mit Blick auf die Auseinandersetzung um den Fröndenberger Bahnhof. Dabei will Resler den Vorwurf, die AWO beute Mitarbeiter aus, ebenso wenig gelten lassen wie den, man wolle den Bahnhof schließen. „Wir sind ein Unternehmen, das sich der sozialen Zielsetzung der Arbeiterwohlfahrt verpflichtet sieht und zwar in jeder Hinsicht. Wir stehen – nachdem wir lange dafür gekämpft haben – zum Bahnhof Fröndenberg und werden in Kürze eine tragfähige Lösung präsentieren.“
Anlass der Auseinandersetzung, die in den vergangenen Tagen in der Öffentlichkeit geführt wurde, ist die fristlose Kündigung durch Elisabeth Pitney, die Bahnhof und Radlerherberge seit 2010 als Servicekraft und Verwalterin betreute. Dieser Vorgang wurde in der öffentlichen Diskussion begleitet durch Vorwürfe gegen die AWO durch Frau Pitney selbst und andere Persönlichkeiten des Fröndenberger Lebens. So war unter anderem von „Dumpinglöhnen“ und „Ausbeutung“ die Rede. Peter Resler sieht keine Grundlage für diese Vorwürfe. Richtig sei vielmehr: Das Vertragsverhältnis zwischen der AWO und Elisabeth Pitney wurde mit Wirkung vom 1. April 2010 für ein Jahr zur Probe geschlossen. Elisabeth Pitneys Aufgaben sind ausdrücklich nicht als Haupttätigkeit qualifiziert worden, sondern lediglich als Nebenerwerb. Der AWOUnterbezirk habe einen Vertrag lediglich mit Frau Pitney geschlossen und nicht, wie teilweise suggeriert, mit der gesamten Familie. „Wir unterhalten im Kreisgebiet ähnliche Einrichtungen und wissen, dass diese Arbeit nicht Haupteinnahme für eine ganze Familie sein kann. Darauf haben wir von Anfang an hingewiesen und das auch so in den Vertrag aufgenommen“, erklärt Peter Resler.
Die Radprojekte der Arbeiterwohlfahrt sind seit 2009 in der AWO-Tochter DasDies Service GmbH organisiert. Ziel der Radprojekte ist die Integration von behinderten und nichtbehinderten dauerarbeitslosen Menschen in den Arbeitsmarkt. In den zwölf Radstationen existieren derzeit 18 Dauerarbeitsplätze. Diese Arbeitsverhältnisse seien laut Peter Resler einzig auf den Betrieb der Radstationen ausgerichtet (Service, Bewachung, Reparaturen). Die Radlerherbergen als Übernachtungsstelle für Radler mit kleinem Geldbeutel seien als so genannte Nebenbetriebe zu den Radstationen installiert worden. Wirtschaftlich unabhängige Kümmerer sollen im Nebenerwerb den recht überschaubaren Herbergsbetrieb ermöglichen. Peter Resler: „Wir machen die Erfahrung, dass dieser Ansatz eigentlich überall problemlos funktioniert. Der Betreuer der Radherberge in Selm feiert zum Beispiel in diesen Tagen sein Zehnjähriges.“
Ihrem Wunsch entsprechend wurde Elisabeth Pitney sogar die Möglichkeit gegeben, ein eigenes Musikcafé („Satchmo“) einzurichten. Mit Überschüssen aus diesem Betrieb hätte sie ihre finanzielle Situation verbessern können. Der Darstellung, die AWO habe dieses Café betreiben wollen, tritt Peter Resler entgegen: „Wir wollten Frau Pitney damit eine Chance geben, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Wir wollten ausdrücklich nicht, dass aus einem ehrenamtlichen Café-Betrieb eine quasi-hauptamtliche Aufgabe unter dem Dach der AWO wird. Davor haben wir Frau Pitney mehrfach gewarnt.“
Im März 2011 wurde der Vertrag auf Drängen von Frau Pitney um ein weiteres Jahr verlängert. „Wir haben das zähneknirschend getan, weil im Bereich des Radhotels bereits ein Defizit von rund 3.000 Euro aufgelaufen war. Draufhin haben wir Frau Pitney sogar angeboten, eine andere Tätigkeit im Bereich der AWO zu suchen, mit der sie für ihren Lebensunterhalt hätte sorgen können. Das hat sie aber abgelehnt“, so Peter Resler.
Im Juni 2011 wurde die AWO dann von der Kündigung von Elisabeth Pitney überrascht. Gespräche über ihre etwaige Unzufriedenheit hatte sie bis dato mit der AWO-Geschäftsführung nicht geführt. Gesprächsangebote seitens der AWO seien von ihr dagegen mehrfach ausgeschlagen worden. Nun habe aber auf Betreiben der AWO-Geschäftsführung ein Gesprächstermin für den kommenden Samstag vereinbart werden können. Peter Resler: „Ich hoffe, wir können dann ein wenig Zündstoff aus dieser Sache nehmen. Besser ist es, miteinander zu reden als übereinander. Das sehen hoffentlich auch diejenigen so, die sich bisher in die öffentliche Diskussion eingebracht haben.“
16:23
Mit einem Peter Resler zu reden hat auch keinen Sinn.Ich habe auch bei der Awo gearbeitet.Dieser kleine von klomplexen geplagte Mensch behandelt seit vielen Jahren die Leute,die in seiner Abteilung arbeiten mit Missachtung und wenn jemand etwas gutes aufbaut,wird es ganz schnell von Herrn Resler wieder zerstörrt. Da ist Frau Pitney nicht alleine.Massiver Druck und Mobbing von Seiten Herrn Resler ausgehend sind an der Tagesordnung.Überstunden müßen natürlich unbezahlt geleistet werden und Herr Resler dreht immer alles so,das man ihm nichts nachweisen kann.Angeblich sollen ja überstunden abgefeiert werden,die Realität sieht anders aus.Strategie:zu wenig Leute einstellen, seinen eigenen Gewinn natürlich auf hohem Niveau halten.Ich wunder mich, das der AWO Vorstand noch nicht aufmerksam geworden ist. Können/wollen die nicht sehen,wieviel Schaden Herr Resler bei der Awo anrichtet?Oder haben die selber Angst vor ihm?Es würde mich nicht wundern.