Schatztruhen zur Karwoche

Rund 50 Kinder des Pastoralverbundes Fröndenberg bereiten sich in St. Marien kreativ auf das Osterfest vor.
Rund 50 Kinder des Pastoralverbundes Fröndenberg bereiten sich in St. Marien kreativ auf das Osterfest vor.
Foto: WP

Fröndenberg..  Ein Schatzkästlein, bunt bemalt und mit Perlen verziert, zum Gedenken an Jesu letzte Tage auf dieser Erde. „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, hat Christus am Vorabend seines Todes zu seinen Jüngern beim letzten Abendmahl gesagt. Und deshalb basteln Lara, Leni und Timo an diesem Gründonnerstag zusammen mit circa 50 weiteren Kindern im Pfarrzentrum St. Marien zum Gedächtnis winzige Schatztruhen.

In jede wird ein schmaler Streifen Papier mit einem Zitat aus der Bibel gelegt, welches, entschied jedes Kind für sich. Leni (8) fand ihren Spruch im Matthäus-Evangelium: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Timo gefiel die tröstende Gewissheit: „Der Herr behütet alle, die ihn lieben.“ „Ich fand den Spruch schön“, sagt der Neunjährige schlicht. Und klappt das Deckelchen seiner Schatztruhe zu.

Alle Grundschüler sind eingeladen

Zum 20. Mal bereiteten sich an den Kartagen mehrere Dutzend Mädchen und Jungen des Pastoralverbundes Fröndenberg kreativ auf das Osterfest vor. Eingeladen zu diesen „Kartagen der Kinder“ sind immer alle Grundschüler, besonders natürlich die Erstkommunionkinder. Auch Leni, Lara und Timo freuen sich schon heftig auf ihre Erste Heilige Kommunion – Leni feiert am Ostersonntag obendrein noch ihren neunten Geburtstag: „Mama hat gesagt, dass ich ‘was Tolles geschenkt bekomme. Ich bin ganz aufgeregt“, strahlt die muntere Achtjährige.

Die Kartage der Kinder bereitet der Helferkreis des Pastoralverbundes stets mit viel Liebe aufwändig vor. „Für den Gründonnerstag bilden wir den Garten Getsemani nach“, erklärt Dorte Markgraf. Sie breitet zusammen mit den anderen Frauen vom Helferkreis ein großes, moosgrünes Tuch auf dem Boden aus; mit Ästen, Zweigen und vielen kreativen Elementen wird jener Garten nachgestaltet, in dem Jesus nach dem Matthäus-, Markus- und Lukasevangelium in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete. Danach wurde er von Judas Ischariot verraten und von Abgesandten des Hohepriesters verhaftet.

Kartage kreativ gestalten

„Wir erzählen die letzten Lebenstage Jesu von Gründonnerstag bis Karsamstag mit kreativen Elementen“, beschreibt Dorte Markgraf die Idee der „Kartage der Kinder“. Zu Zeiten geburtenstärkerer Jahrgänge verwirklichten sich bis zu 100 Mädchen und Jungen fantasievoll mit Buntstiften, Schere und Klebstoff. „In diesem Jahr sind noch knapp 50 gekommen“, sagt Dorte Markgraf. „Es gibt eben insgesamt weniger Kinder. Vor zehn Jahren, 2005, hatten wir an den Kartagen 99 Kinder hier.“

Die diesmal noch 50 wuselnden Knirpse passen immerhin fein im Kreis alle zusammen in den großen Saal im Obergeschoss, wo Gemeindereferent Heiner Redeker mit voller, wohlklingender Stimme zur Gitarrenbegleitung das bekannte Lied anstimmt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ Die Kinder singen kräftig mit, und danach darf’s schon wieder nach unten gehen, wo inzwischen der Garten Getsemani aufgebaut ist.

Jesu letzte Tage auf dieser Welt... den Karfreitag widmen die Kinder dem Kreuz; jedes bastelt sein eigenes. Danach gehen sie zusammen einen kindgerechten Kreuzweg. Und der Samstag, der dritte Tag, steht bereits unter dem verheißenden Zeichen der Auferstehung: Jedes Kind kreiert seine eigene Osterkerze. Und am Ostersonntag im Festgottesdienst wird sich feierlich gesegnet.