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AWO und Pitney

Satchmo: Endgültig keine Einigung

06.09.2011 | 08:00 Uhr
Satchmo: Endgültig keine Einigung
Da saßen sie noch an einem Tisch: Elisa Pitney und Peter Resler. Heute ist das Tischtuch zerschnitten.

Fröndenberg.Das Tischtuch ist endgültig zerschnitten. Zwischen Elisa Pitney, die ein Jahr das AWO-Radhotel betrieb und den Bahnhof zum Kulturbahnhof ausbaute, und AWO-Geschäftsführer Peter Resler gibt es keine Einigung.

Im August hatte noch ein letztes Gespräch stattgefunden, bei dem auch Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe als Moderator anwesend war. Dabei bekam Elisa Pitney das Angebot, 30 Stunden pro Woche im Kindergarten zu arbeiten. Der Schachzug, den die AWO als Schritt zu einer gütlichen Einigung betrachtete und offenbar auch machte, um den in Fröndenberg nach der Bahnhofs-Diskussion arg ramponierten Ruf aufzubessern, betrachtet Pitney als Affront.

Allerdings will sie den Streit nicht weiter eskalieren lassen, sondern zieht sich zunächst zurück. Mit einem Abschiedskonzert, das Ehemann Simon Pitney und Craig Herbertson geben sollen, möchte sie all’ denjenigen danken, die sie im vergangenen Jahr unterstützt und ihr Mut gemacht haben. Am Monatsende muss Elisa Pitney mit Simon und Tochter Lisa ausziehen, zurzeit sucht die Familie eine Wohnung oder ein kleines Haus in Fröndenberg. Lisa würde sich über einen Ausbildungsplatz in der Ruhrstadt freuen. „Noch hängen wir alle ziemlich in der Luft“, sagt Pitney, die sich jetzt auch selbst eine neue Stelle suchen will. Den Traum von einem eigenen Kultur-Café hat sie noch nicht ausgeträumt. „Doch jetzt muss ich erstmal wieder Geld verdienen.“

Unterdessen hat AWO-Geschäftsführer Resler schon neue Pläne für die Räume des ehemaligen Café Satchmo. „Wir haben einen Architekten beauftragt, zu prüfen, ob sich dort im Erdgeschoss vier weitere Zimmer mit jeweils eigener Nasszelle unterbringen lassen“, berichtet Resler. Anfang kommenden Jahres könne man fertig sein.

Zurzeit sei die AWO auf der Suche nach einem neuen Betreiber-Ehepaar. Resler macht deutlich, dass es wieder auf nicht mehr als einen 400-Euro-Job hinauslaufen wird. „Das kann man nur als Nebenerwerb machen, die sechs preisgünstigen Zimmer werfen einfach nicht mehr ab.“ Er brauche Leute, die finanziell unabhängig seien. „Also beispielsweise ein Paar, wo der Mann Rentner ist und die Frau Künstlerin, die nebenbei das Hotel betreibt.“

Ein Hotel-Betrieb, wie Elisa Pitney ihn verstanden habe, habe sich nicht rechnen können. „Man kann nicht 15 Stunden auf Gäste warten, sondern muss feste Ankunfts- und Abfahrtzeiten vereinbaren. So funktionieren andere Radhotels auch.“

Birgit Kalle

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