Reich und pflanzt sich ungern fort

Wie ist denn eigentlich der typische Fröndenberger? Mit Hilfe des Landesamtes verraten wir, was Mythos und was Wahrheit ist.
Wie ist denn eigentlich der typische Fröndenberger? Mit Hilfe des Landesamtes verraten wir, was Mythos und was Wahrheit ist.
Foto: WP

Fröndenberg..  228 Mendener kamen dazu. 149 Fröndenberger gingen weg. Macht im Städtevergleich ein Plus von 79 Einwohnern für Fröndenberg. Die Ruhrstadt zieht der Hönnestadt Einwohner ab. Insgesamt hat Fröndenberg aber auch wieder im vergangenen Jahr durch Wegzüge 160 Einwohner verloren. So steht es im statistischen Jahresbericht für Fröndenberg. Das statistische Landesamt hat jede Menge spannende Daten über die Stadt zusammengetragen.


1. Behauptung: Der Fröndenberger bekommt zu wenige Kinder. Stimmt! 162 Menschen wurden im Jahr 2013 lebendgeboren. 238 Fröndenberger schieden gleichzeitig aus dem Leben. Fröndenberg stirbt mehr als der Rest von NRW. Auf 1000 Einwohner hat NRW 10,9 Tote im Jahr zu beklagen. In Fröndenberg sind es 13,1. Bei den Neugeborenen sieht es genau andersherum aus: Im NRW-Schnitt kamen 8,2 Babys auf 1000 Einwohner zur Welt, in Fröndenberg 6,4. (Die Statistik sieht nach dem Komma auch Zehnteleinwohner vor.)

2. Behauptung: Der Fröndenberger wird zu alt.
Stimmt! 4712 Fröndenbergern im Rentenalter ab 65 Jahren stehen 12 628 Menschen im Erwerbstätigen-Alter zwischen 18 und 65 Jahren gegenüber. Auch hier steht Fröndenberg schlechter da als im Landesschnitt. In ganz NRW machen die Rentner 20,5 Prozent der Bevölkerung aus, hier aber 22,8 Prozent.

3. Behauptung: Fröndenberg stirbt weg.
Jein. Ganz so schlimm wird es wohl nicht. Die Statistiker aber deuten jedenfalls ein bisschen drauf hin. Die Prognosen gehen davon aus, dass Fröndenberg bis 2030 immerhin 14,8 Prozent der Bevölkerung verliert. Im Landesschnitt sind es nur 3,7 Prozent.

4. Behauptung: Nur junge Menschen ziehen weg.
Stimmt nicht! Nur 148 der 1006 Weggezogenen waren im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. 333 Fortzügler kamen aus der Gruppe der 30 bis 50 Jahre alten Menschen, 110 Weggezogene waren älter als 65 Jahre.

5. Behauptung: Nur reiche Dortmunder ziehen nach Fröndenberg aufs Land.
Falsch! Weitestgehend jedenfalls. Wer sich ansieht, woher die meisten Zuzügler kommen, sieht, dass die Nachbarstädte ähnlich viele Bewohner an Fröndenberg abgegeben haben. Mit 228 Zuzüglern liegt Menden auf Platz eins der „Einwohner-Quellen“. Dahinter folgen Unna (+183), Dortmund (+98), Iserlohn (+52), Hemer (+42), Holzwickede (+30), Kamen und Wickede (je +27), Schwerte (+21) und Arnsberg (+19). In fast der gleichen Städte-Reihenfolge gab Fröndenberg übrigens auch Einwohner ab.

6. Behauptung: Dem Fröndenberger geht’s gut.
Falsch! Mehr als zehn Prozent der Einwohner sind schwerbehindert. 78 sind blind oder schwer sehbehindert. 38 Fröndenbergerinnen und ein Fröndenberger haben eine oder zwei Brüste verloren. 84 Menschen haben eine Sprachstörung, Taubheit, Schwerhörigkeit oder Gleichgewichtsstörungen. 808 Schwerbehinderte leiden unter einer „sonstigen oder ungenügend bezeichneten Behinderung“.

7. Behauptung: Fröndenberg ist eine typische kleine Mittelstadt.
Ja und Nein! Bei der Gewerbestruktur fällt Fröndenberg aus dem Rahmen. 38,5 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen arbeiten im Bereich des produzierenden Gewerbes. Im Landesschnitt sind es nur 28,9 Prozent. Zum Vergleich: Selbst in einer Stadt wie Duisburg mit Industriestadt-Ruf arbeiten nur 30,1 Prozent der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe.

8. Behauptung: Der Fröndenberger ist reich.
Wieder Jein! Richtig reich sieht anders aus. Aber das verfügbare Einkommen eines Privathaushaltes liegt mit 21 940 Euro über dem des Durchschnitts-NRW-Haushaltes mit 20 409 Euro. Damit liegt Fröndenberg unter 396 NRW-Gemeinden auf Platz 107.