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Radhotel: Die Nächste schmeißt hin

26.01.2012 | 19:47 Uhr
Radhotel: Die Nächste schmeißt hin
Eines der Gästezimmer im Radhotel im Fröndenberger Bahnhof.

Fröndenberg.„Wir sind es leid, dass die AWO immer negativ in der Zeitung steht.“ Das sagte Siegfried Alefs, Vorsitzender des Ortsverbandes der Arbeiterwohlfahrt, gestern Morgen auf einer Pressekonferenz, die anberaumt worden war, um das Image der AWO aufzupolieren. Am Nachmittag dann die nächste schlechte Nachricht: Die Frau, die sich seit Oktober um das Radhotel kümmerte, hat hingeschmissen.

Die fristlose Kündigung erreichte Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies Service GmbH (Gesellschafterin ist die AWO), die das Radhotel betreibt, gestern „aus heiterem Himmel“. „Wir suchen jetzt jemand Neues“, reagierte er auf die Nachricht. Seit Oktober hatte sich die Kraft um das Radhotel gekümmert, den Gästen die Schlüssel ausgehändigt und die Räumlichkeiten gereinigt. Sie arbeitete auf Provisionsbasis, bekam fünf Euro pro Gast und Übernachtung. Doch es hatte Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung gegeben. Die räumt David Thiele, Betriebsleiter von DasDies, auch ein: „Es war ein Buchungsfehler.“

„Die Vorgehensweise der AWO wird immer dubioser“, erklärt Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe, der gestern auch von der Kündigung erfahren hatte, auf Anfrage. Erst vor Kurzem warf er der AWO öffentlich Konzeptlosigkeit vor, nachdem die Öffnungszeiten der Radstation im Winter auf dienstags und donnerstags beschränkt worden waren. Er erlebe „einen Rückschritt“, nachdem die frühere Betreiberin Elisa Pitney den Bahnhof deutlich belebt hätte.

Im Sommer hatte es jedoch eine lange Auseinandersetzung zwischen der AWO und Pitney gegeben, die damit endete, dass man ihr die Sachen aus dem Café Satchmo vor die Tür stellte.

Das war so schlagzeilenträchtig, dass die AWO gestern, rund ein halbes Jahr nach Ende des Disputs, mit positiven Geschichten in die Öffentlichkeit wollte. Vormittags warben Vertreter aus dem AWO-Vorstand damit, eine Fröndenbergerin gefunden zu haben, die sich um den Hotelbetrieb kümmere. – Allerdings ohne ständig vor Ort zu sein, das rechtfertige die geringe Bettenzahl nicht. Nur wenig später erreichte die AWO die fristlose Kündigung der Frau. „Wenn es einmal schlecht läuft, dann läuft es richtig schlecht“, kommentiert Thiele. An anderen Standorten gebe es diese Probleme mit der Bewirtschaftung von Radhotels nicht.
 Die sollen jedoch nichts daran ändern, dass das Radhotel weiter geöffnet und unter 02373/6810238 erreichbar ist. Es gebe eine Vertretungs-Regelung. Und darüber hinaus wurden Ausbau-Pläne bekräftigt: Dort, wo das Café Satchmo war, sollen drei behindertengerechte Zimmer, jeweils mit Nasszelle, entstehen.

Birgit Kalle

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Kommentare
30.01.2012
14:16
Radhotel: Die Nächste schmeißt hin
von osis | #1

Ständig wechselndes Personal deutet meistens eher auf schlechtes Managment hin...

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