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Alle Fröndenberger Kinder sollen Platz finden

Politiker fordern Erweiterung der Gesamtschule

05.02.2008 | 17:47 Uhr

Fröndenberg. Tränen, Schlafstörungen, Depressionen: Die Schicksale der in der Gesamtschule abgelehnten Kinder ließen gestern keinen Fröndenberger Politiker unberührt. In CDU und SPD wird sogar die Erweiterung der GSF gefordert – notfalls um zwei Züge.

Wir bereits berichtet, ist die GSF aufgrund der Gesetzeslage und des großen Andrangs aus den Nachbarstädten dazu gezwungen, in diesem Jahr 23 Jungen und Mädchen aus der Ruhrstadt abzuweisen. Während Kinder aus Menden oder Wickede hier gleichberechtigt behandelt werden müssen, da es in diesen Städten keine Gesamtschule gibt, haben die Fröndenberger Kinder doppelt Pech. Denn wegen der für sie unerreichbaren Gesamtschule in ihrer Heimatstadt müssen sie sich nun in anderen Städten bei der Schulwahl hinten anstellen.

„Ein Skandal” sei dies, schimpft Bürgermeister Egon Krause, der sich gestern Vormittag im Rathaus mit aufgebrachten Eltern und Großeltern konfrontiert sah. Für ihn ist klar: „Um den Betroffenen zu helfen, müssen jetzt alle Politiker an einem Strang ziehen.” Krause regt an, in der nächsten Ratssitzung eine gemeinsame Resolution zu verabschieden, in der die aktuelle Auswahlregelung kritisiert wird, und spricht sich im Zweifelssfall für eine Erweiterung der GSF um zwei Eingangsklassen aus. Die damit verbundenen Kosten seien hinzunehmen: „Da muss man Prioritäten setzen”.

In ein ähnliches Horn stößt CDU-Chef Gerhard Greczka, der auf der Suche nach einer „kurzfristigen Lösung” gestern bereits mit Schulleiter Klaus de Vries über die Aufstellung eines Containers sprach. Noch am Abend wollte er über das Thema mit seiner Fraktion sprechen, da die Zeit drängt und es noch die Kosten einer Erweiterung zu prüfen gelte.

Handlungsbedarf sieht derweil auch Altbürgermeisterin Christel Büscher von der FWG, die im Hinblick auf die Gemütslage der betroffenen Kinder von einer „unerträglichen Situation” spricht. Zornig wirft sie der Landesregierung vor, Zwang auf die Eltern auszuüben und die Kinder per Gesetz „krank” zu machen. Angesichts eines ihr bekannten Falles aus dem Westen der Stadt, in dem nur ein einziges Kind aus der Klasse nicht aufgenommen wurde, steht auch für sie außer Frage: „Die 23 Kinder müssen in Fröndenberg aufgenommen werden - egal wie.”

Angesichts der sich in dieser Frage abzeichnenden deutlichen Mehrheit für eine Erweiterung der GSF zeigt sich auch die Bezirksregierung gespächsbereit. Sollte sich die Stadt für einen solchen Schritt entscheiden, werde man sicherlich auch eine „pädagogische Lösung” finden, erklärte gestern ein Sprecher im Hinblick auf die dann benötigten zusätzlichen Lehrkräfte. Allerdings wurden gestern auch erste Zweifel an einer neunzügigen Eingangsstufe laut. So gaben sowohl Martin Schoppmann (Grüne), als auch Dezernent Jürgen Focke zu bedenken, dass man nicht jedes Jahr zusätzliche Container aufstellen könne, damit alle Fröndenberger Kinder berücksichtigt werden können. Dann, so Focke, hätten wir irgendwann eine „unendlich große Gesamtschule”.

Jörg Jung

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