Pegida drängt auch in den Kreis Unna

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Fröndenberg..  Der Expansionsdrang der Pegida-Bewegung droht auch vor dem Kreis Unna nicht halt zu machen. Nach „Kögida” in Köln, „Dogida“ in Dortmund oder „Kagida“ in Kassel mehren sich im Internet Anzeichen dafür, dass es Anfang dieses Jahres auch ein ­„Ungida“ in Unna geben wird. Dem Juso-Unterbezirk Kreis Unna bereiten dies große Sorgen.

Seit Wochen veranstalten die selbsternannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ Demonstrationen gegen eine angebliche Islamisierung Europas und religiösen Fanatismus. Die Jugendorganisation der SPD im Kreis Unna spricht sich gegen jede Form von religiös motivierter Gewalt aus.

„Die Bewegung Pegida spielt jedoch nur mit den Ängsten der Menschen“, äußert sich die stellvertretende Vorsitzende der Jusos Kreis Unna, Nina Kotissek. „Denn die subjektiv wahrgenommene Angst vor einer Islamisierung lässt sich in keiner Weise begründen.“

Rechter Populismus

Die Jusos untermauern ihre Aussage mit folgenden Zahlen: Nur 0,1 Prozent der Sachsen, das sind 4000 Menschen, sind Muslime. Bei einer Dresdner Montagsdemo mit etwa 10 000 Demonstranten kommen auf jeden in Sachsen lebenden Muslim ca. 2,5 Demonstranten. Inwiefern also von einer „Islamisierung“ die Rede sein kann, ist für die Jusos unverständlich. Außerdem sprechen sich die Pegida-Initiatoren gegen „Heime mit Vollversorgung“ aus – gemeint sind Asylbewerberheime -- in denen der Lebensstandard der Flüchtlinge über dem vieler Deutscher liege. Diese Aussage erinnert an rechtsextreme Parolen und ist unwahr. „An solchen Aussagen erkennt man die Masche von Pegida: rechter Populismus“, so Nina Kotissek.

„Leider lassen sich auch Bürger aus der Mitte unserer Gesellschaft für die fremdenfeindlichen Botschaften von Pegida instrumentalisieren. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass sich Pegida-Mitläufer - gewollt oder ungewollt - mit rechtsextremen NPD- und Die-Rechte- sowie AfD-Anhängern verbrüdern, die auf den Demonstrationen in großer Zahl identifiziert wurden“, sagt Nina Kotissek.

Unbegründete Existenzängste

Gründe für die Mitläufer seien oft unbegründete Existenzängste. Auch diese Ängste lassen sich nach Aussage der Jusos widerlegen: Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung belege, dass in Deutschland lebende Menschen ohne deutschen Pass mehr in die Sozialkassen einzahlen, als sie beziehen, womit Deutschland im Jahr 2013 einen Gewinn von 22 Milliarden Euro machte.

„Es ist selbstverständlich für uns, dass wir solidarisch mit Menschen sind, die in Not geraten sind, und sie in unserem Land aufnehmen“, findet Nina Kotissek. Sie kündigt an: „Der Juso-Unterbezirk Kreis Unna wird sich dafür einsetzen, dass Bewegungen wie die angekündigte Ungida in unserem Kreis keinen Rückhalt finden und dass jeder Mensch, egal welcher Religion und welcher Nationalität, friedlich in unserer multikulturellen Gesellschaft leben kann. Wenn Ungida im Kreis Unna aktiv wird, unternehmen wir alles, was möglich ist, um diese Fremdenfeindlichkeit zu verhindern.“