Notruf landet demnächst vielleicht in Lüdenscheid

Fröndenberg.. Wer in Fröndenberg in Not gerät und über die 112 Hilfe ruft, landet wohl bald mitunter bei der Kreisleitstelle des Märkischen Kreises in Lüdenscheid. Denn in der Nachbarstadt Menden wird überlegt, die Einsatzzentrale der Feuerwehr zu schließen. Da laufen bisher viele Notrufe aus Fröndenberg ein – aber längst nicht alle.

In Fröndenberg richtet es sich nämlich nach der Vorwahlnummer des Festnetzes und nach der Funkzelle beim Mobiltelefon, wo ein Notruf landet. Wird der Ruf nach Hilfe von einem Anschluss mit den Vorwahlen 02373 (Innenstadt) oder 02378 (westliche Dörfer) abgesetzt, kommt er bei der Feuerwehr Menden an. Bei der Vorwahl 02377 (östliche Dörfer) ist die Kreisleitstelle Soest erster Ansprechpartner und bei der Vorwahl 02303 (nördliche Dörfer) die Kreisleitstelle Unna, die alle Einsätze in Fröndenberg koordiniert. Das bedeutet: Die Einsatzzentrale in Menden und die Soester Leitstelle geben den Inhalt des Notrufs derzeit telefonisch an die Leitstelle Unna weiter, wo alles weitere in die Wege geleitet wird.

Demnächst werden die Leitstellen Unna und Soest übrigens enger miteinander verknüpft: Sie arbeiten mit demselben System und derselben Datenbank. „Da sind unter anderem alle Straßennamen verzeichnet“, erklärt Jens Bongers, Leiter der Kreisleitstelle Unna.

Aber auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Menden laufe reibungslos, und selbst wenn demnächst Lüdenscheid für Teile Fröndenbergs zuständig sei, werde sich für die Bürger der Ruhrstadt nichts ändern. Allerdings greifen die Lüdenscheider auf ein anderes System zurück, werden Notrufe auch künftig nur telefonisch nach Unna weiterleiten.

Der Fröndenberger Feuerwehr-Leiter Jörg Sommer macht sich vor der Umstellung kaum Sorgen: „Ich weiß allerdings nicht, was passiert, wenn es am anderen Ende der Leitung heißt: ‘Hier ist die Kreisleitstelle Lüdenscheid.’ Nicht dass verunsicherte Bürger aus Fröndenberg dann vor Schreck wieder auflegen.“

Diese Befürchtung teilt Bongers nicht: „Die Leitstelle meldet sich in der Regel mit: Feuerwehr-Notruf.“ Er sieht sogar Vorteile in der Umstellung. „Die kleinen Nachrichtenzentralen wie in Menden sind aussterbende Einheiten. Kreisleitstellen haben einen umfassenderen Überblick, wo welche Fahrzeuge unterwegs sind und können die Einsätze viel besser koordinieren.“

Im Fröndenberger Rathaus wird die Situation aufmerksam beobachtet. „Wir glauben nicht, dass ein Wechsel aus Menden nach Lüdenscheid Auswirkungen haben wird“, erklärt Fachbereichsleiter Christoph Börger. Aber besonders in einer Übergangsphase werde man engen Kontakt zu den Leitstellen halten und nachhaken, ob alles funktioniert.

Noch ist der Wechsel übrigens nicht beschlossene Sache. Eine Entscheidung in Menden steht noch aus.