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Mehr Pflegezeit für berufstätige Angehörige

16.08.2010 | 21:55 Uhr
Mehr Pflegezeit für berufstätige Angehörige
Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird, müssen viele Entscheidungen getroffen werden.

Fröndenberg/Kreis Unna. Es kann schnell und unverhofft geschehen. Ein Mensch wird zum Pflegefall und dies verändert sein Leben und das der Familie. Jetzt sind guter Rat und schnelle Hilfe gefragt.

Die Pflegeberaterinnen des kreiseigenen Pflegestützpunktes in Kamen geben ein paar Tipps für den „Fall des Falles“.

Für viele Arbeitnehmer ist es ein Alptraum: Ein naher Angehöriger ist schwer erkrankt und benötigt Hilfe. Doch durch die eigene Berufstätigkeit bleibt kaum Zeit, sich um den Angehörigen zu kümmern. „Mit dem Pflegezeitgesetz haben Berufstätige zwei Möglichkeiten, um auf unterschiedliche Pflegesituationen reagieren zu können.“ Darauf weist Anne Kappelhoff, Pflegeberaterin der Verbraucherzentrale im Pflegestützpunkt in Kamen hin.

Kurzfristige Pflege: „Damit Arbeitnehmer sich auch bei einer akut auftretenden Erkrankung um die Pflege ihres Angehörigen kümmern bzw. die nötige Unterstützung organisieren können, haben sie die Möglichkeit, sich kurzfristig für bis zu zehn Tage von ihrer Arbeit freistellen zu lassen“, verweist Anne Kappelhoff auf die geltenden Regelungen. Dieser Anspruch gilt auch für Beschäftigte in Betrieben mit weniger als 15 Mitarbeitern. „Auf Verlangen muss dem Arbeitgeber jedoch eine ärztliche Bescheinigung über die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit des Angehörigen vorgelegt werden“, informiert Anne Kappelhoff weiter. Die Beiträge zur Sozialversicherung übernimmt die Pflegekasse. Ein Anspruch auf Gehaltsfortzahlung besteht jedoch nicht.

Leistungen bei andauernder Pflege:

„Ist absehbar, dass die Pflege über einen längeren Zeitraum hinaus organisiert werden muss, kann als zweite Variante die sogenannte Pflegezeit beantragt werden“, erläutert Anne Kappelhoff weiter.

Pflegezeit bedeutet, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit für die Dauer von bis zu sechs Monaten haben. Die Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge werden von der Pflegekasse übernommen, wenn keine andere Absicherung – etwa über die Familienversicherung – möglich ist.

Voraussetzungen:

Es wird ein naher Verwandter, bei dem mindestens Pflegestufe I vorliegt, in der häuslichen Umgebung gepflegt. Die Pflegezeit muss dem Arbeitgeber, bevor sie in Anspruch genommen wird, schriftlich mitgeteilt werden. „Der Anspruch besteht nur gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten“, betont Anne Kappelhoff. Sie hebt weiter hervor: „Während der Dauer der Pflegezeit oder des kurzfristigen Arbeitsausfalls darf Arbeitnehmern nicht gekündigt werden.“

Für weitere Fragen zum Thema stehen die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes Kamen zur Verfügung. Die Beratung ist kostenlos und unabhängig. Die Öffnungszeiten im Pflegestützpunkt, Bahnhofstraße 26 in Kamen sind montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr und donnerstags 14 bis 17 Uhr. Telefonisch sind die Mitarbeiterinnen unter 0 23 07 / 28 99 06 0 oder per Mail an psp.kamen@kreis-unna.de zu erreichen.

DerWesten

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2010-08-16 21:55
Fröndenberg