Das aktuelle Wetter Froendenberg 17°C
Wilhelmshöhe

Kreisverkehr: Machbar, aber kompliziert

08.02.2012 | 17:32 Uhr
Kreisverkehr: Machbar, aber kompliziert

Strickherdicke.Zuversicht klingt anders. „Ich schließe nicht aus, dass ein Kreisverkehr hier funktioniert.“ Das sagte ADAC-Verkehrsingenieur Dirk Krüger gestern Morgen beim Ortstermin auf der Wilhelmshöhe. Die Lokalpolitiker hätten’s gern ein wenig optimistischer gehabt.

Beim Verfassen der Resolution gegen die vom Landesbetrieb Straßen.NRW geplante Ampel auf der Wilhelmshöhe hatten die CDU-Ratsmitgliedern aus dem Fröndenberger Westen beschlossen, einen Fachmann vom ADAC hinzuzuziehen. Bei klirrender Kälte und schneidendem Wind nahm der Verkehrsingenieur vom ADAC Westfalen den Knotenpunkt gestern Morgen in Augenschein.

Klar ist für ihn: „Ein Kreisverkehr braucht an dieser Stelle einen Außendurchmesser von 40 bis 50 Metern.“ Und das könne nur erreicht werden, wenn der Kreisel seinen Mittelpunkt nicht auf der bestehenden Kreuzung habe, sondern ein Stück in Richtung Unna verlagert werde. Was ­wiederum das Problem mit sich bringe, dass Hubert-Biernat-Straße und Kluse nicht senkrecht auf den Kreisverkehr zuführen würden. Also müsste der jeweilige Straßenverlauf verlegt werden, mehr Land zugekauft werden.

Außerdem gibt Krüger zu bedenken, dass die 21 000 Autos und Laster, die die Wilhelmshöhe Tag für Tag passieren, eine gigantische Zahl sei. „Ein Kreisel mit bis zu 15 000 Fahrzeugen funktioniert problemlos.“ Es gebe auch Berechnungen, nach denen ein Kreisel bis zu 25 000 Fahrzeuge aufnehmen kann. Aber da wird’s kompliziert – denn das hängt davon ab, aus welchen Richtungen die kommen und in welche Richtung sie fahren.

Trotz allem machte Krüger den Fröndenberger Politikern und damit auch den Bürgern Mut. „Man sollte untersuchen, ob ein Kreisverkehr an dieser Stelle möglich ist.“ Wenn der Landesbetrieb Straßen.NRW das bereits untersucht habe und hier eine Ampelanlage wolle, so wundert es Krüger nicht, dass das Straßen.NRW-Gutachten genau zu dem gewünschten Ergebnis gekommen sei. Deshalb müsse ein unabhängiges Ingenieurbüro die Sache untersuchen.

Haken: Ein neues Gutachten könnte Kosten im fünfstelligen Bereich nach sich ziehen. Wolfgang Harwardt (CDU) will diese Möglichkeit nun trotz der desaströsen Haushaltslage auf die politische Tagesordnung setzen. Denn Krüger gab den Lokalpolitikern gestern Morgen eine ganze Reihe von Argumenten für den Kreisel auf den Weg. Die im Vergleich zur Ampel niedrigen laufenden Kosten und deutlich größere Sicherheit waren da nur zwei.

Birgit Kalle

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6329682/create

Aktuelle Fotos und Videos
Freibad Dellwig geöffnet
Bildgalerie
Freibad
Schützenfest in Bentrop
Bildgalerie
Schützenfest
Aus dem Ressort
Wasser im Umweltlabor untersuchen
Gesamtschule
Was bei Erwachsenen oft Ekel hervorruft, löste bei den Schülern der Aloysius-Grundschule Holzwickede laute Begeisterung hervor. Schnecken, Egel, Wasserflöhe und andere heimische Flusstiere konnten die Viertklässler gestern im Umweltlabor der Gesamtschule Fröndenberg (GSF) untersuchen. Eine...
KfU-Crew kann nicht „Nein“ sagen: Volles Halbjahr
Programm
Frank Schröer von Kultur für Uns sitzt in der Zwickmühle: „Einerseits würde ich am liebsten jede Woche eine Veranstaltung organisieren, auf der anderen Seite wünschen sich die Mitglieder eine klare Limitierung der Anzahl von Veranstaltungen.“ Denn der Arbeitsaufwand ist immens. Vom Herrichten der...