Das aktuelle Wetter Fröndenberg 11°C
Fröndenberg

Jüdischer Friedhof ist denkmalwürdig

05.11.2007 | 20:45 Uhr

Fröndenberg. Der jüdische Friedhof soll in die Denkmalliste aufgenommen werden. Die Anlage an der Springstraße ist eines der letzten Zeugnisse der jüdischen Bevölkerung in Fröndenberg, die zwischen 1933 und 45 vertrieben wurde.

"Viele wissen gar nicht, dass es solch einen Friedhof in Fröndenberg gibt", weiß Martina Sträter, die Sachbearbeiterin in der Denkmalpflege. Der Ort liege fast schon versteckt und sei von einem Jägerzaun umgeben, der die Sicht auf die Grabstätten verdeckt. Der Ort selbst ist für Fröndenberg von großem historischem Wert, sagt die untere Denkmalbehörde. Sie ist auf Initiative des NRW-Ministeriums für Bauen und Verkehr auf den 370 Qudratmeter großen Friedhof aufmerksam geworden. Ihr Gutachten befand, dass der Friedhof zu schützen sei und schlug vor, ihn in die Denkmalliste einzutragen. Nun muss der Ausschuss Ende November darüber entscheiden. Ändern würde sich für die Instandsetzung des Friedhofes nichts. Die Mittel für die Denkmalpflege seien sehr begrenzt, eine umfassende Restaurierung ist finanziell nicht umzusetzen. Viele Grabsteine sind nicht mehr zu entziffern, Inschrifttafeln wurden 1938 zerstört.

Der älteste erhaltene Grabstein, dessen Schrift noch zu erkennen ist, stammt aus dem Jahr 1844. Damals verstarb Sara Bernstein. Sie gehörte zu einer alt eingesessenen jüdischen Familie.

Die letzte amtlich nachgewiesene Beerdigung gab es an der Springstraße am 1. Juli 1936. Nach Kriegsende wurden 26 Fröndenberger von der Polizei ermittelt, die sich an den Ausschreitungen der Pogromnacht beteiligt hatten und den Friedhof verwüsteten. Sie wurden dazu verpflichtet, die Grabstellen wieder herzurichten. Sie legten die Steine jedoch nur flach auf den Boden. Erst seit 1991 stehen die Grabsteine wieder aufrecht.

Elf Grabsteine sind noch erhalten, dazu gibt es vier Grab-einfassungen und einen Gedenkstein für vier jüdische Frauen, die im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben kamen. Darüber hinaus gibt es auf dem Friedhof ein Massengrab mitsamt Gedenkstein für verstorbene sowjetische Zwangsarbeiter.

Von Carmen Thomaschewski Tel: 02303-250 80 21



Kommentare
Aus dem Ressort
Die Uhr tickt für schnelles Internet
Breitbandprojekt
Großflächig sind die beiden wichtigsten Ortseingängen von Ostbüren seit drei Wochen von Plakaten des Breitbandanbieters Muenet verziert. „Die Hälfte der nötigen Teilnehmer sind bereits zusammen - doch das reicht noch nicht!“, spornten die örtlichen Unterstützer gestern via Facebook erneut alle...
Ein Stück Heimat in fast jedem Auto
Wirtschaft
Der Geschäftsführer achtet genau drauf, dass die Kisten voll sind. Honsel habe ja nicht für leere Kisten angebaut, sagt Tim Siepmann. In der Tat: Die Produktion läuft so gut, dass sich das Unternehmen an der Wernher-von-Braun-Straße zehn Jahre nach dem Neubau schon wieder erweitert.
Entscheidung fällt um 0.12 Uhr mit dem 235. Schuss
Schützenfest
Das wird eine Regentschaft, in der mutmaßlich viel Musik drinsteckt: Frank Fälker und Katja Hinkelmann regieren die Hohenheider Adlerschützen.
Michael Rummenigge und Knop auf Gut Neuenhof
Charity-Golfturnier
Die großen Gewinner sind natürlich die Kinder, auch wenn bei den meisten Teilnehmern des Charity-Golfturniers auf dem Platz von Gut Neuenhof am Samstag der sportliche Ehrgeiz nicht ganz außen vor blieb.
VHS bietet im neuen Semester 550 Kurse an
Weiterbildung
Die Volkshochschule Unna-Fröndenberg-Holzwickede stellt sich noch stärker im Internet auf. Neben einer App gibt es auch den e-Katalog und die Webseite. Verstärkt sollen Teilnehmer sich online für die Angebote anmelden. Ab sofort liegt aber auch das gedruckte Programmheft für das neue Semester aus.
Fotos und Videos
Feuer zerstört Scheune
Bildgalerie
Großbrand
Teams bei der Streetbob-WM
Bildgalerie
Streetbob-WM
WM-Finale unter Zeltdach in Menden
Bildgalerie
Weltmeister