Hotel-Pläne: „Konkurrenz belebt das Geschäft“
16.08.2010 | 11:46 Uhr 2010-08-16T11:46:00+0200
Fröndenberg. „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Gerd Hölzer vom Hotel Landgasthof Hölzer hat kein Problem mit der geplanten Erweiterung des Hotels am Park (wir berichteten). Überhaupt freuen sich die heimischen Hoteliers über einen regelrechten Touristen-Boom.
Immer wieder müssen Radtouristen, die spontan in der Ruhrstadt übernachten wollen, an der Rezeption Enttäuschungen verkraften. „Tut uns leid, wir sind ausgebucht“, heißt es zurzeit häufig in den drei Zentrums-Herbergen „Haus Ruhrbrücke“, „Hotel am Park“ und „Radhotel“. Unter anderem deshalb plant das „Hotel am Park“ eine Erweiterung auf dem ehemaligen Himmelmann-Gelände. Mitte September soll das Vorhaben konkret vorgestellt werden.
Gerd Hölzer von der Hohenheide glaubt nicht, dass sich die neuen Kapazitäten im Ruhrtal negativ auf seinen Betrieb auswirken könnten. Viel mehr ärgert er sich über etwas Anderes: Er wollte am Ruhrtalradweg in Warmen ein Hinweisschild auf sein Hotel anbringen. „Denn der einzig sinnvolle Weg aus dem Ruhrtal zu uns führt von dort aus über Stentrop und den Karrenweg.“ Doch beim Kreis wurde ihm das Schild verwehrt, mit der Begründung, dass die Werbung zu weit vom eigentlichen Objekt entfernt liege. Jetzt versucht er, die Radtouristen auf anderem Weg auf die Hohenheide zu locken: Wer im Internet www.hotel-ruhrtalradweg.de anklickt, landet auf der Homepage des Hotels Landgasthof Hölzer.
Und auch, wer unten an der Ruhr kein Bett mehr bekommt, landet bei Hölzer. „Es gibt Tage, da könnten wir viel mehr Betten haben“, sagt Eicken Schneidersmann aus dem „Haus Ruhrbrücke“. Dann verweist sie die Gäste auf ihren Kollegen von der Hohenheide. „Dieses Jahr läuft es wirklich gut“, freut sie sich. Was sie nur nicht verstehen kann, ist, dass manche Eltern mit kleinen Kindern die Tour auf dem Ruhrtalradweg nicht besser planen. „Die kommen hier ohne Buchung an, und dann sind wir manchmal ausgebucht“, schildert sie die Problematik. Dann ist die Enttäuschung groß, wenn noch bis auf der Hohenheide in die Pedale getreten werden muss – oder bis nach Menden.
Auch Eicken Schneidersmann hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, ihr Haus im neu gestalteten Ruhruferpark zu erweitern. Dann war ihr aber das Risiko zu groß. Denn die Zeiten seien unsicher: „Aufgrund der Wirtschaftskrise bleiben die Monteure aus. Die Firmen schauen intensiver als sonst auf die Spesenabrechnungen.“ Und der Tourismus boome eben nur von Frühling bis Herbst.
Dass er aber boomt, kann auch Elisa Pitney vom Radhotel bestätigen. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Betten bezogen wie jetzt“, sagt sie, die das Hotel seit dem Frühjahr leitet. „Es kommen Radfahrer ohne Ende.“ Am Wochenende war ihr 12-Betten-Betrieb wieder ausgebucht.
07:35
Sicher nicht. Aber Gerd Hölzer ist geschäftstüchtig und holt die müden Radler mit seinem Bulli im Ruhrtal ab!
22:15
Herr Hölzer wird die Konkurrenz nicht als besonders belebend für sein Geschäft erleben, denn bei erweiterter Kapazotät direkt am Ruhrtal-Radweg wird kaum ein müder Radfahrer noch auf die Idee kommen, sich und sein Velo auf den Berg hinauf zu schaffen.