Hospizkreis nimmt seine Arbeit auf

Der neu gegründete Hospizkreis Fröndenberg nach seinem Aussendungsgottesdienst in der St. Marienkirche: obere Reihe von links: Heinz Fleck (Geschäftsführer Schmallenbach-Haus), Christoph Krause, Elke Wette, untere Reihe von links Pfarrer Paul Mandelkow, Margot Delbeck, Ingeborg Wegener, Anja Seltner, Klaus Koppenberg (Hospizkreis Unna)
Der neu gegründete Hospizkreis Fröndenberg nach seinem Aussendungsgottesdienst in der St. Marienkirche: obere Reihe von links: Heinz Fleck (Geschäftsführer Schmallenbach-Haus), Christoph Krause, Elke Wette, untere Reihe von links Pfarrer Paul Mandelkow, Margot Delbeck, Ingeborg Wegener, Anja Seltner, Klaus Koppenberg (Hospizkreis Unna)

Fröndenberg..  Niemand kommt allein auf die Welt und niemand sollte alleine von ihr gehen. Unter diesem Leitgedanken hat sich in Fröndenberg ein ökumenischer Hospizkreis gegründet. Mit einem Aussendungsgottesdienst nimmt er nun seine Arbeit auf.

Eingangs zitierte Gedanken hatte so auch im vergangenen Jahr der ehemalige Bundesminister und NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement bei seinem Vortrag im Schmallenbach-Haus ausformuliert und der Gründung des Kreises weiteren Schwung gegeben. Außerdem sind sie Leitlinien der gesamten Hospizarbeit, die mit Gründung des Kreises nun auch in der Ruhrstadt eine feste Form bekommt.

Elke Wette und Christoph Krause sind schon länger in der Begleitung Schwerkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen engagiert, nun haben sie acht weitere Mitstreiter gefunden, die sich gut ein Jahr lang in über 60 Unterrichtsstunden zum Hospizbegleiter haben ausbilden lassen.

Mit dem Sonntagsgottesdienst in der St.-Marien-Kirche wurde der Kreis nun offiziell mit seiner Arbeit betraut und erhielt von Pfarrer Paul Mandelkow den Segen. In seinen Predigtworten schlug er den Bogen über den gesamten Lebenskreislauf hinweg von der Geburt sowie der Taufe Jesu, welche am Sonntag gefeiert wurde, bis hin zum Tod, der eben auch ein Teil des Lebens ist.

Klaus Koppenberg vom Ambulanten Hospizdienst „Omega“ in Unna, der für die Ausbildung der Ehrenamtlichen verantwortlich war, berichtete den Gottesdienstbesuchern von dieser Praxis: „Es geht nicht darum, jemanden zum Spezialisten des Sterbens auszubilden. Wir vermitteln kein Wissen darüber, sondern Möglichkeiten der Vergewisserung über den eigenen Weg bis zum Tod, den wir alle einmal gehen müssen und gehen können.“

Nicht konfessionell geprägt

Konkret gestaltete sich die Ausbildung zum Beispiel in Rollenspielen zu Krisen- und Konfliktsituationen oder Kommunikationsübungen, immer leitmotivisch an zwei Bibelgeschichten ausgerichtet: dem Emmausgang der Jünger nach Jesu Kreuzigung und der Heilung des Gelähmten. Trotz des Fokusses auf den Bibelgeschichten betont Koppenberg: „Die Ausbildung zum Sterbebegleiter ist gar nicht unbedingt religiös oder konfessionell geprägt.“

Elke Wette fasst die wichtigsten Anforderungen für sie persönlich so zusammen: „Man muss sich selbst ganz zurücknehmen. Auf ein intensives Zuhören, was jegliche eigene Voreingenommenheit oder Gefühle nach dem Motto „Das kommt mir bekannt vor“ ausblendet, sind wir gut vorbereitet worden.“

Die Finanzierung der Ausbildung hat der Förderverein des Schmallenbach-Hauses übernommen. Hier, in der größten katholischen Altenpflegeeinrichtung des Erzbistums Paderborn, wurde die Idee des Hospizkreises Wirklichkeit und das Seniorenzentrums wird sicherlich Zentrum der Arbeit bleiben. Aber natürlich will der Hospizkreis für Bewohner anderer Pflegeeinrichtungen und für alle Bürger ansprechbar sein.

Die Motivationen der nun insgesamt zehn Hospizbegleiter, von denen nicht alle an dem Aussendungsgottesdienst teilnehmen konnten, sind so vielfältig wie ihre Lebenssituationen: Sterbe- und Todeserfahrungen in der Familie oder bereits anderweitig gesammelte Erfahrungen im Umgang mit alten Menschen, etwa in den Besuchsdiensten der Altenheime. Ingeborg Wegener und Anja Seltner können gemeinsam noch einen weiteren Beweggrund formulieren: „Da spielt auch der Gedanke an die eigene Sterblichkeit eine Rolle. Wenn wir daran denken und uns wünschen, selbst nicht alleine sterben zu müssen ist es schön, das auch anderen Menschen ermöglichen zu können.“