Heißer Prozess um eiskalte Schneemassen

Hohenheide/Unna..  Die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Müllers und den Schmidts (Namen geändert) von der Hohenheide waren den arktischen Temperaturen im Januar 2009 durchaus angepasst.

Und wenn man diesem latenten Streit überhaupt etwas Gutes abgewinnen konnte, dann allein die Vision von Richterin Birgit Vielhaber-Karthaus, die sich angesichts der tropischen Temperaturen im Gerichtssaal gestern einen Eimer jenes Schnees unter dem Tisch wünschte, der Auslöser der Anklage war.

Auf der Hohenheide, wo durchaus mehr und öfter Schnee fällt als rund um das Amtsgericht in Unna, gibt es entsprechend oft Gelegenheit zum Streit. Erst recht, wenn man die weiße Pracht aus der eigenen Einfahrt auf den Grund und Boden des Nachbarn schiebt. Der wiederum lässt sich von einer solchen Aktion zur wenigstens entsprechenden, wenn nicht gar gesteigerten Reaktion einladen und schiebt munter zurück. Es folgt ein handfester Streit. Schlussendlich landeten die drei beteiligten Männer selbst im Schnee, Vater und Sohn Schmidt als Täter, so der Vorwurf, der Nachbar Müller als Opfer. Der konnte dem Gericht glaubhaft machen, dass er geschlagen worden sei: Er ließ medizinisch eine Prellung dokumentieren, deren Schmerzen ihm jetzt mit 800 Euro versüßt werden. Im Übrigen wurde das Verfahren eingestellt.

Das Opfer wohnt mittlerweile in gebührendem Abstand zum Tatort. Er hat sich von Nachbarn und Frau getrennt und lebt in Menden.