Gesamtschule will Klarheit aus Menden
18.10.2011 | 19:14 Uhr 2011-10-18T19:14:00+0200
Fröndenberg/Menden.„Zum Tag der offenen Tür sollten wir den Eltern etwas sagen können“, sagt Klaus de Vries. Der Fröndenberger Gesamtschulleiter hofft, dass bis Mitte November feststeht, wie groß die Gesamtschule Menden wird – wenn sie denn kommt.
„Ich empfehle, für eine Schule im Aufbau mit vier Zügen anzufangen“, sagt de Vries. Eine vierzügige Gesamtschule in Menden. Das wäre die Größenordnung, die auch der Gesamtschule Fröndenberg nicht weh täte. Immer wieder hatte de Vries in der Vergangenheit betont, dass er keine Angst davor hat, wenn seine Gesamtschule kleiner wird. Im Gegenteil: Raumprobleme könnten auf diese Weise gelöst werden. Und mit einem neuen Standort in Menden müssten die Fröndenberger Kinder, die zur Gesamtschule wollen, endlich nicht mehr um ihren Platz in Fröndenberg bangen.
Zu groß darf die Mendener Gesamtschule allerdings auch nicht werden, sonst hätte der Standort Fröndenberg das Nachsehen – spätestens, wenn die Schülerzahlen spürbar zurückgehen. Eine Elternbefragung des Fördervereins Gesamtschule Menden hatte Bedarf für eine fünf- bis sechszügige Gesamtschule ergeben.
In dieser Woche soll eine offizielle Elternbefragung durch die Stadt Menden Klarheit darüber bringen, wie viele Eltern ihre Kinder tatsächlich an der Gesamtschule anmelden werden. Mindestens 100 Eltern müssen sich für eine Gesamtschule aussprechen, damit diese zum Schuljahr 2012/13 eingerichtet werden kann. Gleichzeitig wird abgefragt, ob eine Sekundarschule in Menden gegründet werden soll.
Mendener Eltern pochen schon jetzt darauf, dass alle Kinder, die zur Gesamtschule Menden gehen wollen, auch dort einen Platz bekommen sollen. Doch de Vries warnt: „Es kann nicht sein, dass sich die Orte gegenseitig die Schüler abgraben.“ Ähnlich hat sich Dieter Michel, Leiter des Fachbereichs Schulen im Mendener Rathaus, geäußert. „Wir dürfen den Schulen anderer Kommunen keine Schüler wegnehmen.“ Auch die Bezirksregierung wird im Hinblick auf die Größe ein Wörtchen mitreden. In Arnsberg legt man Wert auf eine regionale Schulentwicklungsplanung. Deshalb stehen auch die drei Schulverwaltungen aus Menden, Fröndenberg und Wickede in Kontakt.
Aus Fröndenberg ist die Empfehlung gekommen, in Menden keine zwei neuen Schulformen zu gründen – also nicht zusätzlich zu einer Gesamtschule noch eine Sekundarschule einzuführen. Fachbereichsleiter Dietmer Lerch setzt auf eine Planung „mit Augenmaß“.
Klaus de Vries ist zuversichtlich, dass eine Entscheidung fällt, mit der Fröndenberg leben kann. Vor Konkurrenz scheut er sich nicht: „Wir leisten hier seit mehr als 40 Jahren gute Arbeit.“ Ein Extrakt dieser guten Arbeit ist am Freitag, 21. Oktober, von 10.30 bis 13 Uhr beim Präsentationstag der Projektwoche zu sehen (siehe nebenstehenden Bericht). Der Tag der offenen Tür folgt am Samstag, 19. November, von 10 bis 14 Uhr.
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